Art des Einkaufs für Klimabilanz von Produkten nicht entscheidend

Geschäft in Berlin

Bild: Geschäft in Berlin (Odd ANDERSEN AFP)

Die Art des Einkaufs entscheidet nur zu einem geringen Grad über die Klimabilanz eines Produkts. Durch Handel und Transport entstünden nur zwischen einem und zehn Prozent der mit dem Produkt verbundenen CO2-Emissionen, wie das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau am Montag mit Blick auf den derzeitigen Boom beim Onlineshopping mitteilte.

Bis zu 75 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes, den ein Produkt über seine Lebensdauer verursacht, fallen bei der Herstellung an, wie das UBA in einer Studie zu ökologischen Aspekten des Onlinehandels herausfand. „Ob wir online oder im Geschäft einkaufen ist nicht so entscheidend für unsere Klimabilanz“, betonte UBA-Präsident Dirk Messner. „Die größte Stellschraube für den ökologischen Einkauf sind langlebige Produkte, die umweltfreundlich hergestellt sind.“

„Bestenfalls“ gebe es die Produkte dann noch „im Geschäft um die Ecke“, die zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar seien, fügte Messner an. Der Treibhausgasausstoß für die Fahrt zum Einkauf liege dann bei null. Wer mit dem eigenen Auto fünf Kilometer weit zu einem Geschäft fahre, erzeuge dabei zwischen 0,6 und 1,1 Kilogramm CO2.

Die Lieferung durch einen Lieferdienst schlägt dagegen nur mit 0,2 bis 0,4 Kilo CO2 zu Buche, wie das UBA ermittelte. Kurierdienste haben einen im Vergleich zu Privatfahrten niedrigeren CO2-Ausstoß, weil sie Fahrzeuge besser auslasten, Routen möglichst effizient gestalten und darüber hinaus zunehmend Elektrofahrzeuge einsetzen.

bro/jm