IfW-Forscher glaubt an deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise in diesem Jahr

Münzen und Geldscheine

Bild: Münzen und Geldscheine (INA FASSBENDER AFP)

Nach der zuletzt negativen Inflation könnten die Verbraucherpreise in Deutschland nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im neuen Jahr insgesamt um deutlich über zwei Prozent steigen. Zum Jahresbeginn hätten die Preise „kräftig angezogen“, allein das Ende der befristeten Mehrwertsteuersenkung lasse sie wieder um voraussichtlich 1,2 Prozent steigen, erklärte der IfW-Konjunkturchef für Deutschland, Nils Jannsen, am Mittwoch.

„Auch das Klimapaket wird wohl zu einem sichtbaren Anstieg der Verbraucherpreise von etwa 0,4 Prozent führen“, erklärte Jannsen weiter. Die Energiepreise stabilisierten sich demnach zuletzt – sie seien neben der Mehrwertsteuersenkung Mitte 2020 maßgeblich für die deutlich gesunkenen Preise im vergangenen Jahr gewesen.

Gleichzeitig sparten die privaten Haushalte 2020 aufgrund der eingeschränkten Konsummöglichkeiten zusätzliche rund 200 Milliarden Euro an, wie Janssen weiter erklärte. Teile davon könnten nach erfolgreicher Pandemieeindämmung „rasch wieder in den privaten Konsum fließen“ und die Inflation antreiben. All das könne im Gesamtjahr 2021 zu einer Inflationsrate von über zwei Prozent führen.

Nach vorläufiger Berechnung des Statistischen Bundesamtes betrug die Inflationsrate im Gesamtjahr 2020 durchschnittlich 0,5 Prozent. Im Dezember lag die Änderungsrate der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat demnach bei voraussichtlich minus 0,3 Prozent.

dwo/jm