FAANG: Wie bewertet die Börse heute die wichtigsten Technologie-Konzerne?

Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (Alphabet) – diese „Big 5“ lassen fast alle anderen Weltkonzerne vom Umsatz und Gewinn weit hinter sich. Wer eine zeitgemäße Abkürzung für die Tech-Giganten-Gruppe sucht, spricht einfach von FAANG. Deutsche IT-Unternehmen sind aber einer bestimmten Größe lediglich die Kopie eines US-Vorbildes, nur der Softwarekonzern SAP hat mit eigenen Software-Ideen Weltkarriere gemacht. Mit seinem weltweiten Erfolgen gehört der Softwarehersteller deswegen als einziges deutsches Unternehmen in diesen Bericht. Bei Standard&Poors kamen die 5 global führenden Tech-Konzerne in den vergangenen drei Monaten auf eine Wertsteigerung von durchschnittlich 3,88 Prozent, über 5 Jahre betrachtet konnte der Unternehmenswert sogar einen Zuwachs verzeichnen von durchschnittlich 330,14 Prozent. Zu dieser Gruppe muss noch Microsoft dazu gezählt werden. Der Wert dieser 5 FAANG-Gruppenmitglieder beträgt zusammen 5,95 Billionen USD (ca. 4,83 Billionen Euro), zum Vergleich: die 5 größten deutschen Dax-Werte sind zusammen nur etwa 499 Milliarden Euro wert.

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Die FAANG-Aktien im Einzelnen

  • Wie stark sich die Corona-Pandemie auf den Wert von Facebook auswirken wird, ist noch nicht entschieden. Auf der einen Seite gab es weltweit Kontakteinschränkungen, was zu einer stärkeren Nutzung von sozialen Netzen führte. Auf der anderen Seite brachen viele Werbeeinnahmen fast vollständig weg. Tagesaktuell liegt der FB-Kurs bei 263,31 Dollar je Aktie, das ist 11,06 Prozent schlechter als das Allzeithoch vom 26. August 2020. Berechnet von Beginn der Corona-Pandemie im Februar 2020 ist das ein Plus von 25,67 Prozent.
  • Selten wurden Smartphones und Laptops so stark genutzt wie im Corona-Jahr 2020: um im Homeoffice zu arbeiten und um den Kontakt zu Freunden und Verwandten trotz Kontaktsperren zu halten. Gleichzeitig aber gingen Millionen in Kurzarbeit oder verloren ihre Jobs. Zu früh um eine Corona-Bilanz für Apple zu ziehen, aktuell liegt der Wert einer Aktie bei 126,60 US-Dollar. Vergleicht man mit dem Allzeithoch vom 29. Dezember 2020 ist das eine Veränderung von minus 5,61 Prozent und im Vergleich zum Kurs bei Pandemie-Beginn im Februar 2020 ein Plus von 57,71 Prozent.
  • Kein Unternehmen profitiert mehr als der Online-Händler Amazon von der Covid-19-Ausbreitung. Zur Zeit müssen für eine Aktie des Jeff-Bezos-Unternehmen 3.138,38 Dollar hingelegt werden, zu Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 waren es 1.870,68 und beim Allzeithoch am 2. September 2020 Dollar 3.552,25 (gegenwärtig minus 9,40 Prozent).
  • Auch für TV-Streamer sind Lockdown-Zeiten eher gute Zeiten: für ein Papier von Netflix werden aktuell 500,49 Dollar berechnet, zu Beginn der Pandemie im Februar 2020 waren es 347,74 Dollar (zu heute: plus 43,93 Prozent). Trotz Schulden in Millardenhöhe ist Netflix stark gefragt. Der bisherige Höchsstand der Aktie vor Corona 415,44 Dollar betrug übrigens (18,25 weniger als heute).
  • Die Haupteinnahmequelle von Alphabet (Google) ist das Geschäft mit Werbeeinschaltungen auf der Google-Homepage und auf Partnerseiten. Mit dem auf Smartphones, Netbooks und Tablets ausgerichteten Betriebssystem „Android“ ist Alphabet sehr erfolgreich unterwegs, der Marktanteil bei Smartphones liegt bei über 80 Prozent. Neben der Internet-Werbung verdient Alphabet sein Geld mit „Google Play“ (Apps, Musik, Filme), Smartphones („Pixel“) und verstärkt mit Cloud-Produkten. Das Alphabet-Unternehmen YouTube verfügt bereits über mehr als 1,9 Milliarden monatlich aktive User mit beträchtlichem Monetarisierungspotential. Jeden Tag werden von diesen Personen rund fünf Milliarden Videos im Internet angesehen. Für eine Aktie von Alphabet zahlt man derzeit 1.735,29 USD. Vergleicht man den aktuellen Aktienpreis mit dem von vor Start der Corona Pandemie im Februar 2020, so kann man feststellen, dass die Aktie heute 19,20 Prozent mehr wert ist als vor drei Monaten.

Aktien von weiteren Giganten:

  • Von der Größe her kann SAP nicht in der Amazon- und Apple-Liga spielen, aber immerhin ist SAP im Bereich der Geschäftssoftware weltweit eine ganz große Nummer. Heute liegt der Börsenkurs bei 105,48 Euro, zu Beginn der Corona Pandemie im Februar 2020 waren es 116,49 und der höchste jemals erreichte Preis für eine Aktie hatte am 2. September 2020 143,32 Euro betragen.
  • Rund 150.000 Mitarbeiter arbeiten bei Microsoft dem weiterhin größten Softwareunternehmen der Welt. Für einen Anteil an ihrem Unternehmen muss man aktuell 212,25 Dollar ausgeben, bei Beginn der Covid-19-Pandemie im Februar 2020 waren es 170,97 Dollar (zu heute: plus 24,15 Prozent). Ein Blick auf den historischen Höchststand vom 2. September 2020: damals kostete die Aktien 232,25 Dollar (gegenwärtig minus 6,18 Prozent).
  • Tesla: seit dem Start der Aktie am 29. Juni 2010 kletterte der Wert des Papiers um 22.134,71 Prozent. 755,98 USD muss man aktuell für eine Aktie von Tesla zahlen. Tesla konnte damit den Wert ihrer Aktie seit Anfang der Corona Pandemie im Februar 2020 um 489,86 Prozent steigern.