Verbraucherschützer: FFP2-Masken müssen breit verfügbar und günstig sein

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Wegen der sich abzeichnenden Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Geschäften und im Nahverkehr fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Politik auf, Verfügbarkeit und akzeptable Kosten zu sichern. Es müsse vor Einführung der Tragepflicht sichergestellt sein, dass die Produkte „in ausreichenden Maße zu einem fairen Preis und in guter Qualität zur Verfügung stehen“, erklärte vzbv-Vorstand Klaus Müller am Dienstag. Es dürften auch keine Engpässe für Mitarbeitende der Gesundheitsbranche entstehen.

„Bei bisherigen Maßnahmen waren heftige Preisausschläge zu beobachten“, rief Müller in Erinnerung. „Insbesondere für Verbraucher mit wenig Geld muss die Politik einen Lösungsvorschlag beschließen, da die Kosten für die regelkonforme Nutzung von FFP2-Masken deutlich über denen für den bisherigen Mund-Nasen-Schutz liegen.“

Bund und Länder beraten seit dem frühen Nachmittag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Als eine Maßnahme wird dabei voraussichtlich beschlossen, dass die Bürgerinnen und Bürger in Geschäften sowie im Nahverkehr OP-Masken oder FFP2-Masken tragen müssen, die ein höheres Schutzniveau haben als Stoffmasken.

Außerdem wird erwartet, dass Schulen und Kitas über Ende Januar hinaus weitgehend geschlossen bleiben. „Eine Verlängerung des Lockdowns für Schulen und Kitas erhöht die Belastung für Eltern“, erklärte dazu Müller. „Ein erneuter Kinderbonus in Höhe von 150 Euro pro Kind würde zumindest bei den aktuell zusätzlich anfallenden Mehrkosten helfen.“

Müller verwies dabei auch auf die Pläne der Bundesregierung, die Unterstützung für vom Lockdown betroffene Unternehmen auszuweiten. „Angesichts der Ausweitung der Wirtschaftshilfen ist ein erneuter Kinderbonus angemessen und fair“, erklärte er.

Wenn die Corona-Einschränkungen erneut verlängert würden, sollten außerdem „Verbraucher mit Zahlungsschwierigkeiten die Möglichkeit erhalten, ohne zusätzliche Kosten und Zinsen ihre Kredite zu stunden und die Zahlung von Strom- und Gasrechnungen ohne Sperrandrohungen auszusetzen“, fügte der vzbv-Chef hinzu. Nötig sei auch eine Verlängerung der Frist zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung, um Fristversäumnisse zu vermeiden.

cne/cax