Blaulicht BW: Das Landeskriminalamt Baden – Württemberg und die Bundeswehr intensivieren ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Spreng-, Kampf – und Gefahrstoffe

Foto: Links Oberst Jochen Gumprich, 
rechts LKA-Präsident Ralf Michelfelder

Bild: Foto: Links Oberst Jochen Gumprich,
rechts LKA-Präsident Ralf Michelfelder (Landeskriminalamt Baden-Württemberg presseportal.de)

Stuttgart (ddna)

Unkonventionelle Spreng – und Brandvorrichtungen, Explosivstoffe sowie chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrstoffe: Entschärferdienste sind in besonders brenzligen Situationen im Einsatz. Der Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr der Bundeswehr und das Landeskriminalamt Baden – Württemberg tauschen sich seit Jahren aus und intensivieren nun diese Kooperation. Heute unterzeichnen Oberst Jochen Gumprich und LKA – Präsident Ralf Michelfelder eine Kooperationsvereinbarung, die ein engeres und koordiniertes Vorgehen in der Aus – und Fortbildung sowie bei Hospitationen regelt. „Neben der Vertiefung unserer bisher schon guten Zusammenarbeit ist das für mich auch eine Folgerung aus der BWTEX in 2019, wo man exemplarisch sehen konnte, wie wichtig eine Arbeit“ Hand in Hand „in einer Katastrophenlage ist. Die Fähigkeit zählt, nicht woher der Entschärfer kommt! „, sagt Oberst Gumprich, Kommandeur des Ausbildungsstützpunktes Kampfmittelabwehr der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt.

„Terroristische Gruppierungen und radikalisierte Einzeltäter nutzen weiterhin Explosiv – und Gefahrstoffen für ihre Anschläge. Die spezialisierten Kräfte von Entschärferdiensten haben daher eine zentrale Bedeutung in der Terrorismusbekämpfung, aber auch in andere Gefahrenlagen. Eine Verbesserung der behördenübergreifenden Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde und zwingend erforderlich „, sagt Michelfelder.

Der Umgang mit unkonventionellen Spreng – und Brandvorrichtungen (USBV), insbesondere, wenn chemische, biologische, radiologische und nukleare (CBRN) Gefahrstoffe im Spiel sind, erfordert ein Höchstmaß an Spezialwissen.

Die Bundeswehr verfügt über langjährige Einsatzerfahrung in Krisengebieten und hat an ihrem Ausbildungsstützpunkt als einzige Einheit der Bundeswehr die Fähigkeit, CBRN – Beiladungen zu entschärfen. „Die Ausbildung ist sehr aufwändig: Eine Säule ist die Ausbildung erfahrener Kampfmittelabwehrkräfte zum manuellen Entschärfen am European Centre for Manual Delaboration in Wien, an dem Deutschland auch beteiligt ist. Zweite Säule ist die Ausbildung in den Besonderheiten der ABC – Kampfmittelabwehr. Und schließlich die Integration von ABCAbwKräften in diese Teileinheit. Natürlich erfordert das spezielle Ausrüstung – von der speziellen Pinzette, deren Nutzung keinen Kurzschluss auslösen darf, bis zu speziellen Anbaugeräten an Manipulatoren, „erläutert Gumprich.

Zukünftig wird das Landeskriminalamt Baden – Württemberg durch gemeinsame Übungen und Fortbildungsmaßnahmen an diesem Spezialwissen der Bundeswehr partizipieren. Im Gegenzug bringt das Landeskriminalamt Baden – Württemberg seine Expertise bei der chemischen und elektrotechnischen Untersuchung sowie der spurenschonenden und gerichtsverwertbaren Behandlung von Asservaten in die Kooperation ein.

Ein Kernelement der Kooperation sind die gegenseitigen Hospitationen. Hierbei erörtern die Partner Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der militärischen und polizeilichen Lagebewältigung. „Bislang gab es verschiedene Arbeitstreffen. Mit den koordinierten Hospitationen heben wir unsere Zusammenarbeit auf ein noch professionelleres Niveau, damit wir die Bürgerinnen und Bürger noch besser schützen können. Das gilt insbesondere für unsere Entschärfer, die ein hohes persönliches Risiko eingehen und daher einen Anspruch haben auf die bestmögliche Ausbildung“, betont Michelfelder.

Quelle: Landeskriminalamt Baden – Württemberg, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)