Keksebacken auf YouTube und Fastfood-Wettessen auf Tiktok

Logo von YouTube

Bild: Logo von YouTube (Martin BUREAU AFP)

Sie sitzen im Milka-Kostüm vor der Kamera oder lassen sich beim Pizza-Kauf im Supermarkt filmen: Lebensmittelkonzerne setzen nach Einschätzung der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch gezielt auf junge Social-Media-Stars, um ungesunde Produkte an Kinder und Jugendliche zu vermarkten. Das ergab eine Foodwatch-Untersuchung tausender Beiträge in sozialen Medien, deren Ergebnisse die Organisation am Mittwoch vorstellte. Sie forderte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zum Handeln auf.

Foodwatch nahm Beiträge und Videos auf den Plattformen YouTube, Instagram und Tiktok unter die Lupe, die Millionen junge Fans haben. Einige Beiträge sind sichtbar als „Werbevideo“ gekennzeichnet, andere geben einen scheinbar ganz normalen Einblick in den Alltag der Influencerinnen und Influencer. Diese sitzen dann bei McDonald’s, trinken Coca-Cola oder Red Bull oder preisen eine Box mit Tüten von Haribo an.

Die Industrie fördere mit dem Online-Marketing „an der elterlichen Kontrolle vorbei“ Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen, kritisierte Foodwatch. Die Organisation sprach von „übergriffigen Marketingmethoden“ und beklagte, so würden die Bemühungen vieler Eltern, ihre Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern, sabotiert. Die Konzerne machten sich dabei zunutze, dass junge Menschen ihren Online-Idolen stark vertrauten, bemängelte Foodwatch.

Klöckner müsse als zuständige Ministerin dem „Kindermarketing für ungesunde Produkte“ einen Riegel vorschieben – egal ob im Internet, Fernsehen oder Supermarkt, forderte die Verbraucherschutzorganisation. Klöckner selbst erklärte am Mittwoch zu Lebensmittelwerbung, die auf Kinder abziele, dies „müssen wir stärker in den Blick nehmen“. An dieser Stelle seien „weitergehende Beschränkungen notwendig“. Klöckner forderte den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft auf, „die Verhaltensregeln zu verschärfen“.

hcy/jm