HYGH – Außenwerbung neu gedacht

Werbe-Displays auch hyperlokal: Das  City-Netzwerk des Adtech HYGH in Berlin   Bild: HYGH

Manchmal gelangen junge Unternehmer über Umwege zu ihrem Unternehmen. So auch Vincent Müller, Fritz Frey und Antonius Link, die Gründer von HYGH (ausgesprochen wie das englische Wort „high“).
Was die drei niemals auf dem Schirm hatten, nämlich, dass einmal Bildschirme zentraler Punkt ihres Geschäftsmodells sein würden, kam über Umwege auf sie zu.

Von Bitcoin-Händlern zu Werberevolutionären

Angefangen haben die drei Gründer in der Kryptowährungsszene, in der sie als Investoren tätig waren. Viel auf und ab stand an der Tagesordnung. Mit der Zeit schälte sich eine Idee heraus: Sie wollten eine Agentur für Kryptowährungen gründen, die Anleger beraten sollte. Gesagt, getan. Doch so einfach war es nicht, denn zuerst musste die Agentur bekannt gemacht werden. Das Gründer-Dreigespann machte sich also auf die Suche nach Partnern, die sie im Rahmen einer großen Werbekampagne per Außenwerbung bekannt machen sollte. Schnell stellten sie fest, dass ihr Budget angeblich nicht ausreichend dafür war.

Das musste günstiger gehen. Die Idee für HYGH war geboren: Außenwerbung auch für kleine Budgets. Der Bitcoin wurde also gegen Displays eingetauscht, und ein Startup gegründet mit keinem geringeren Ziel als die Branche für Außenwerbung grundlegend zu verändern.


Das Geschäftsmodell von HYGH

HYGH versteht sich nicht als Marketing-, sondern als Tech-Unternehmen. Es liefert vor allem die Infrastruktur für die Außenwerbung, also Bildschirme und die Technik, die zum Ausspielen der Botschaften nötig ist.

Ganz am Anfang haben die Jungs von HYGH eigene Bildschirme und Standflächen genutzt, um dort Werbung auszuspielen. Jedoch haben sie schnell noch eine weitere Variante erkannt: Sie können Werbepartner mit ins Boot holen, die über eine exponierte Werbefläche verfügen, zum Beispiel ein Hotel, ein Restaurant oder ein gut besuchtes Geschäft. Dort kann man einen Bildschirm platzieren und Werbung ausspielen. Die Partner bekommen dafür von HYGH eine monatliche „Miete“ für die Werbefläche bezahlt und erzielen somit ein passives Einkommen. Im Gegenzug schafft HYGH damit für seine Kunden eine noch größere Sichtbarkeit. Ein Modell, bei dem alle gewinnen.

Bei der Gestaltung der Werbekampagne sind die Kunden frei: Sie können sie entweder selbst entwerfen oder sich von HYGH dabei unterstützen lassen. Sie haben die volle Kontrolle darüber, welche Werbebotschaft wo und wann ausgespielt wird.

So ergeben sich gleich mehrere Vorteile: Möchte jemand nur in einem bestimmten Bezirk werben, wird die Werbung auch nur auf den dort vorhandenen Bildschirmen ausgespielt. Des Weiteren lässt sich auch der Zeitraum festlegen, zu dem die Werbung angezeigt werden soll. Mit diesen beiden individuell regelbaren Parametern bietet HYGH seinen Kunden eine Plattform an, über die sie ihre Zielgruppe sowohl örtlich als auch zeitlich perfekt erreichen können.

Das Angebot von HYGH richtet sich dabei vor allem an Kunden, die hyperlokal und zeitlich flexibel werben wollen.


2021 – das Jahr der Expansion

Die drei Gründer von HYGH sind ambitioniert, denn sie wollen nichts Geringeres als das Netzwerk deutschlandweit auszurollen.

Mit Samsung konnten sie bereits einen Partner gewinnen, der im letzten Jahr Berliner Geschäfte und Schaufenster mit insgesamt 500 Bildschirmen ausgestattet hat. Bis Juli dieses Jahres sollen 1050 Bildschirme in Köln, Frankfurt, München und Hamburg folgen.

Das Verfünffachen der Kapazitäten schafft auch 40 neue Arbeitsplätze bei HYGH in Berlin. Und es soll erst der Anfang sein. Die drei jungen Gründer sind sich sicher, dass sie mit ihrem Modell Erfolg haben werden und es mit den ganz großen Akteuren im Bereich Außenwerbung aufnehmen können.

Kompliziert ist bei HYGH nämlich nichts: Innerhalb von wenigen Minuten hat man eine Kampagne zusammengeklickt und kann diese sofort ausspielen. Außerdem ist es bei HYGH möglich, auch Videobotschaften zu senden, was bei den Platzhirschen entweder gar nicht möglich oder aber mit hohen Kosten verbunden ist.

Andreas Krämer
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