Deutschland und Frankreich beraten über erhöhte Virusgefahr im Grenzgebiet

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Deutschland und Frankreich wollen angesichts hoher Infektionswerte im Grenzgebiet an Saar und Mosel „zeitnah“ über „kooperative Lösungen“ beraten. Dabei sollten auch die auf deutscher Seite betroffenen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz einbezogen werden, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin an. Zu möglichen Ergebnissen wollte sich Seibert zunächst nicht äußern.

Hintergrund sind Berichte, wonach das französische Départment Moselle als Hochrisikogebiet oder als Virusvariantengebiet eingestuft werden könnte. Im Grenzgebiet auf deutscher Seite waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Infektionen mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus aufgetreten. Gegen neue Grenzschließungen gibt es wegen der engen grenzüberschreitenden Verflechtung in der Region allerdings Bedenken.

„Wir wissen, dass in beiden Bundesländern sehr eng gelebt wird mit den Freunden auf der anderen Seite“, sagte dazu Seibert. Für Grenzschließungen oder verschärfte Kontrollen wäre in Deutschland formal das Bundesinnenministerium zuständig. Ein Ministeriumssprecher verwies in Berlin ebenfalls auf die im Laufe der Woche anstehenden Gespräche. Zuvor könne er „keine weiteren Details bekanntgeben“.

Grenzkontrollen und massive Reisebeschränkungen gibt es bislang an den deutschen Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol. Besonders in Tirol ist ebenfalls die südafrikanische Variante des Coronavirus verbreitet.

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