Video-Identifizierung „Made in Germany“ erobert die Welt

 

Führendes Video-Identifikationsverfahren „Made in Germany“: Entwickelt von der WebID Solutions GmbH – Gründer Frank S. Jorga Bild: WebID Solutions GmbH

 

Inzwischen kennen es immer mehr Verbraucher: In die Kamera lächeln, den Ausweis dabei gut sichtbar neben das Gesicht oder unter das Kinn halten, kurz warten, dann ist der Zugang zu einer Dienstleistung freigeschaltet. Anders als bei vielen anderen digitalen Innovationen lächeln Kunden bei der Identifizierung per Video („VideoIdent“) oft in die Software eines deutschen Unternehmens: Die WebID Solutions GmbH mit Sitz in Berlin hat neun Jahre nach Gründung eine beeindruckende Referenzliste: Die Deutsche Bank, die DKB, Barclaycard und Santander und teilweise Apple und amazon lassen die Identität ihrer Kunden und Neukunden per patentiertem „VideoIdent“von dem Unternehmen prüfen. Einer der Kunden machte in den vergangenen Wochen weltweit Schlagzeilen: Die Aktienhandels-App Trade Republic. Dort ging zwar bei dem Kurs-Wirrwarr um die GameStop-Aktie nicht alles glatt, aber die Identifizierung der Kunden klappte weiter reibungslos, wenn auch mit bis dato unbekannten Wartezeiten. Was daran lag, dass ein solcher Ansturm auf eine Aktienhandles-App nicht voraussehbar war – „ein Ansturm, wie wir ihn noch nie gesehen haben“ sagt WebID-Gründer Frank S. Jorga.


Der CEO von WebID bringt gleich mehrere Eigenschaften mit, um in diesem hochkomplexen Bereich erfolgreich zu sein: Jorga ist Volljurist – ein gute Grundlage für sein Business, denn bei solchen Identifizierungsverfahren, die dem Geldwäschegesetz zu 100 Prozent entsprechen müssen, geht es um Berge an Vorschriften und Gesetzen geht. Dass der Lübecker bei der Dresdner Bank im Management war und dort alles über die digitalen Chancen im Banking lernte ist ebenso hilfreich. Startup-Kultur inhalieren und Netzwerke in der IT-Welt aufbauen konnte er im Sillicon Valley als Mitarbeiter der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer. Dazu kommt das Beharrungsvermögen eines Norddeutschen, dass vermutlich nötig war, um 2014 die Bestätigung seiner Video-Identifikation durch das Bundesfinanzministerium zu bekommen.


„Identifikationsverfahren ‚Made in Germany‘, konform mit den Datenschutzvorschriften hierzulande, sollten aufgrund ihrer Sicherheit auf das Ausland übertragen werden“ ist Jorga überzeugt, denn die entsprechenden Gesetze hierzulande gehören zu den strengsten weltweit. Auch das neue Produkt „Konto Ident“ entspricht den harten Vorgaben: WebID Solutions hat 2020 die nächste Stufe der Online-Legitimation erklommen, die gerade für Banken eine vollständige Automatisierung des Identifikationsprozesses ermöglicht und trotzdem alle Geldwäschegesetz-Vorgaben erfüllt. Der potenzielle Kunde füllt dabei wie immer sein Antragsformular aus, fotografiert sich selbst sowie sein Ausweis Dokument und lädt online alles hoch. Durch KI-Technologie erfolgt nun eine automatische Überprüfung. Danach loggt der Bankkunde sich in seinem Onlinebanking ein und bestätigt eine Cent-Überweisung, um seine Identität zweifelsfrei nachzuweisen. Zu guter Letzt wird noch eine TAN eingegeben und die Legitimation ist abgeschlossen.


Trotzdem – „VideoIdent“ wird es sicher noch 10 Jahre geben“, prognostiziert Jorga, was sein Unternehmen aber nicht daran hindert bereits für die Zeit nach dem Videoverfahren zu entwickeln: „ Wir wollen einem Endkunden, der sich über uns identifiziert, künftig die Möglichkeit bieten wollen, eine dauerhafte und sichere digitale Identität anzulegen. Die digitale Identität legen wir in einen gepanzerten Container, den nur der Kunde öffnen darf“. In einer solchen Digital-Identität ließen sich auch weitere biometrische Einzigartigkeiten eines Menschen speichern, zum Beispiel Stimmaufnahmen. Die Freigabe zu geschützten Bereichen wäre dann auch über Sprachasisstenten möglich: „Nehmen wir an, Sie wollen über Amazons Alexa ein Konto bei einer Bank eröffnen. Mit einer digitalen Identität, in der auch biometrische Merkmale gespeichert sind, könnten Sie sich einfach mit Ihrer Stimme legitimieren.


WebID ist ein Pionier unter den Identifikationsdiensten. Gründer Jorga hatte sich 2012 eine Alternative zum analogen und weitverbreiteten „PostIdent“-Verfahren der Deutschen Post überlegt, bei dem Neukunden von Banken und Brokern in einer Filiale oder vom Postboten an der Haustür identifiziert werden. Jorga führte immer wieder Gespräche mit dem Bundesfinanzministerium bis er 2014 die Bestätigung für die Identifikation per Videochat erhielt. Das Corona-Jahr 2020 hat für das Unternehmen noch einmal einen kräftigen Wachstumsschub gebracht: Von 2019 zu 2020 kletterte der Umsatz von 14 auf mehr als 20 Millionen Euro Umsatz und in diesem Januar zogen die Umsätze noch einmal um 65 Prozent an, verglichen mit dem Vorjahresmonat. Noch schneller noch mehr Umsatz ist fast nicht möglich, denn die Arbeitsplätze bei WebID müssen den strengen Vorschriften der Bundesanstalt für Finanzaufsicht genügen:  „Die Personalaufstockung braucht einen Mindestvorlauf“, so der Firmenchef und Homeoffice sei beispielsweise nur bei bestimmten Mitarbeitern und unter hohen Sicherheitsanforderungen möglich. Schon heute identifizieren festangestellte 750 Video-Agenten durchschnittlich 19.500 Vorgänge pro Tag.


Entwickelt wird bei WebID trotz Corona ununterbrochen, im Mittelpunkt steht dabei die Global Trust Technology Platform (GTTP), mit der Kunden wie Dienstleistern, Banken oder Brokern eine Vielzahl an Identifizierungsverfahren zur Verfügung steht. Vodafone ist bereits einer der Nutzer der GTTP. Im Mittelstandswiki erläutert Frank S. Jorga das Angebot: „Die Funktionsweise ist eigentlich simpel: Eine Person durchläuft erfolgreich eine Identifikation auf hohem Sicherheitslevel. Lässt sie dann ihre verifizierte digitale Identität auf der Plattform vorhalten, spart sie sich damit künftige Identifizierungsverfahren bei anderen Leistungsanbietern, da diese Unternehmen einfach über eine Schnittstelle mittels eines Ident-Checks die Identifikation durchführen“.


Fazit: Digitale Highend-Entwicklungen aus Deutschland gibt es durchaus und dies in extrem sicherheitssensiblen Bereichen, die keine Ausfälle oder Fehler verzeihen. „Made in Germany“ als globale Erfolgsstory – WebID hat neben vielen anderen Staaten auch ein Patent für den chinesischen Markt erteilt bekommen.