Nachrichten aus NRW: IG Metall NRW will ab 2. März in Metall- und Elektroindustrie streiken

Fahne der IG Metall

Bild: Fahne der IG Metall (Daniel ROLAND AFP)

Die IG Metall hat im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen Streiks für die kommende Woche angekündigt. Die Gewerkschaft werde die betroffenen Beschäftigten ab dem 2. März zu Warnstreiks aufrufen, erklärte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler. „Unsere Planungen sind abgeschlossen“, betonte er – die IG Metall sei trotz Pandemie „kampffähig“. Die Friedenspflicht in der Branche läuft am 1. März aus.

Auch die vierte Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie in Düsseldorf hatte am Mittwoch keine Einigung gebracht. Die Arbeitgeber hätten nach wie vor „keine konkreten und verbindlichen Vorschläge zu den Themen Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge und Entgelt gemacht“, kritisierte Giesler. „Auf dieser Basis hat es keinen Sinn gemacht, heute weiter zu verhandeln.“

Die Arbeitgeberseite verurteilte das Verhalten der Gewerkschaft. „Ich hätte kein Verständnis dafür, wenn die IG Metall glaubte, nur durch bewusstes Aussitzen oder gar mit Arbeitsniederlegungen nach Ablauf der Friedenspflicht eine gute Lösung der Tarifrunde 2021 erreichen zu können“, erklärte der Präsident des Arbeitgeberverbands Metall NRW, Arndt Kirchhoff. Die Metallarbeitgeber hätten den Arbeitnehmervertretern einen seriösen Plan für die tariflichen Bedingungen bis 2022 und darüber hinaus dargelegt.

Die IG Metall fordert in den regionalen Verhandlungen der aktuellen Tarifrunde unter anderem eine Entgelterhöhung um vier Prozent innerhalb eines Jahres, um Arbeitsplätze und Einkommen der Beschäftigten zu sichern. Nach Angaben der Gewerkschaft wollen die Arbeitgeber aber in der Corona-Krise sparen und Lohnerhöhungen frühestens im zweiten Halbjahr 2022 akzeptieren.

Giesler hatte daher bereits im Vorfeld der jüngsten Verhandlungen mit Streiks gedroht. „Eine tabellenwirksame Erhöhung irgendwann im nächsten Jahr ist nicht die Wertschätzung, die sich die Beschäftigten in dieser schwierigen Zeit verdient haben“, erklärte er am Mittwoch. „Das gilt erst recht, wenn davon nach Vorstellung der Arbeitgeber auch noch in den Betrieben abgewichen werden kann.“

Kirchhoff verwies dagegen darauf, dass die Branche infolge der unsicheren Situation an den Landesgrenzen mögliche Lieferengpässe fürchte. „In einer solchen Ausnahmesituation muss besonnen und schnell gehandelt werden.“ Auch die Tarifpartner müssten nun Verantwortung übernehmen und einen verlässlichen Weg durch die Krise aufzeigen, damit die Unternehmen investieren könnten. Nur dann könnten diese ihren Mitarbeitern „einen sicheren Arbeitsplatz“ garantieren, mahnte Kirchhoff.

dwo/jm