Gläubiger von Containervermittler P&R bekommen erste Abschlagszahlung

Frachtcontainer in Hamburg

Bild: Frachtcontainer in Hamburg (MORRIS MAC MATZEN AFP)

Rund drei Jahre nach der Pleite des Containervermittlers P&R erhalten zehntausende Gläubiger erste Abschlagszahlungen. Wie der Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Donnerstag mitteilte, bekommen rund 54.000 Gläubiger insgesamt 206,7 Millionen Euro. Ausgezahlt werden soll das Geld demnach voraussichtlich im zweiten Quartal.

P&R, Anbieter für Direktinvestitionen in Seecontainer, war lange der größten Anbieter auf dem sogenannten grauen Kapitalmarkt, der kaum reguliert ist. P&R bot Privatanlegern neue und gebrauchte Frachtcontainer an, die diese kaufen und dann für eine gewisse Anlagezeit an P&R vermieten konnten. Zudem wurde ihnen in Aussicht gestellt, dass P&R die Container am Ende der Vertragslaufzeit wieder zurückkaufen würde.

Allerdings wurden dabei über Jahre mehr Container an Anleger verkauft, als tatsächlich vorhanden waren. In der Folge wurden die Gelder von Neuanlegern zur Auszahlung vermeintlicher Renditen an Bestandsanleger verwendet. Beim Zusammenbruch im Frühjahr 2018 war die Fehlbestandsquote so auf mehr als 60 Prozent gestiegen.

Jaffé bezeichnete es als einen „enormen Erfolg“, dass es nun nicht einmal drei Jahre nach dem Insolvenzantrag vom März 2018 eine erste Abschlagsverteilung gebe. Die Gläubiger sollen vom Insolvenzverwalter nun schriftlich über die Auszahlung und die Höhe des Betrags informiert werden, der für ihre festgestellte Forderung ermittelt wurde.

Zugleich zeigte sich Jaffé zuversichtlich, dass es bereits im nächsten Jahr eine weitere Abschlagsverteilung geben werde. Aktuell entwickele sich die Containerverwertung trotz der Corona-Pandemie weiterhin „sehr erfreulich“. „Insgesamt konnten wir bereits Erlöse von 475 Millionen Euro für die Gläubiger generieren und sichern“, erklärte Jaffé.

jm/ilo