Kinder und Homeoffice: Mehr Streit als üblich aber…

Streit mit den Kindern? Im Homeoffice darf das passieren wenn man sich an einige Regeln hält. Bild: Pixabay/Gerd Altermann


Seit einem Jahr arbeite ich von meinem Schlafzimmer aus. Ich dachte, ich hätte mich inzwischen daran gewöhnt, dass mich meine Kinder bei der Arbeit oft unterbrechen. Aber letzte Woche bekam meine ältere Tochter eine Schnitzeljagd von der Schule als Aufgabe. Sie stürmte innerhalb einer Stunde viermal durch meine Tür – die leider kein Schloss hat – und suchte nach Hausschuhen, etwas Rotem (zweimal) und dann nach einer Haarbürste. Bei der vierten Unterbrechung schnappte ich dann zu. „Du musst hier verschwinden“, sagte ich mit einer Stimme, die viel rauer war, als ich es bei meinen Kindern zu tun pflege.


Meine Tochter war verärgert und ich fühlte mich schlecht, weil ich geschrien hatte. Aber ich war auch im Zwiespalt. Jedes Mal, wenn sie hereinkam, hatte ich sie höflich gebeten, sich woanders in der Wohnung umzusehen, weil ich eine Deadline einhalten musste. Sie ist eine Drittklässlerin, also alt genug, um diese Bitte zu verstehen und zu respektieren und ich möchte ihr beibringen, auch auf die Bedürfnisse anderer Menschen zu achten.


Wie schaffe ich den Spagat, meinen Kindern zu zeigen, dass ich auch Gefühle habe, die nicht nur positiv sind, ohne meinen Ärger unkontrolliert ausbrechen zu lassen?
Das erste, was man wissen sollte, ist, dass „alle Eltern ihre Kinder anschnauzen“, sagt Dr. Pooja Lakshmin, Assistenzprofessorin für Psychiatrie an der George Washington University School of Medicine und wenn man das von Zeit zu Zeit tue, mache einen das nicht zu einem guten oder schlechten Elternteil. Dr. Lakshmin stellte klar, dass sie nicht über emotionalen Missbrauch oder körperliche Gewalt spricht, die niemals akzeptabel sind. Emotionaler Missbrauch heisst auch, dass man ein Kind lächerlich macht, ständig kritisiert oder ihm Zuneigung oder Trost vorenthält.


Aber mal lauter werden oder von Zeit zu Zeit die Fassung zu verlieren? Das ist unvermeidlich, weil wir Menschen sind. „Es gibt die Auffassung, dass Kinder vor dem Fühlen jeglicher negativer Emotionen geschützt werden sollten“, sagt Jennie Hudson, Professorin für klinische Psychologie an der Universität von New South Wales in Australien: „Aber das ist toxische Positivität. Es ist nicht normal; es ist nicht in Ordnung. Wir haben eine Reihe von Emotionen, die das Gefühl von Frustration, Angst und Besorgnis einschließen“.  Natürlich hat die Pandemie viele Stressfaktoren für Eltern verschlimmert, sowohl finanziell als auch emotional. Und selbst wenn sich die Lage in Bezug auf das Virus verbessert, sind viele von uns zusätzlich belastet.


Das Wichtigste ist, was passiert, nachdem man seine Kinder angeschnauzt hat! Das sagen alle Experten, mit denen ich gesprochen habe. Hier sind ihre Ratschläge, wie man sich davon erholt, wenn man etwas gesagt hat, was man bereut, wie man sich in seine Kinder einfühlen kann und wie man das Laut werden einschränken kann:

  • Gestehen Sie Ihren Fehler ein. Nachdem Sie sich beruhigt haben, entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind und sprechen Sie mit ihm in einer altersgerechten Weise über Ihre Gefühle, so Dr. Hudson. Sie müssen nicht ins Detail gehen, warum Sie so reagiert haben, wie Sie es getan haben, aber Sie können etwas sagen wie: „Es tut mir leid, dass ich geschrien habe. Ich war frustriert, aber es ist nicht Ihre Schuld, dass ich die Fassung verloren habe“. Dann können Sie ihren Kindern erzählen, wie sie selbst es hätten besser machen können. Indem Sie sich vor dem Thgema erest einmal beruhigt hätte, zum Beisoiel durch einen kurzen Spaziergang.
  • Auch wenn das nicht immer möglich ist, vor allem, wenn Ihr Kind noch so klein ist, dass es nicht allein gelassen werden kann und Sie der einzige Elternteil in der Situation sind: Versuchen Sie sich eine Mini-Auszeit zu nehmen, um einen Freund anzurufen oder einfach in ein Kissen zu schreien.
  • Hängen Sie ein Schild an die Tür, Sie gerade wirklich nicht möchten, dass ihre Kinder hereinkommen – als kleinen Hinweis, der sie daran erinnern könnte, dem Öffnen der Tür zu widerstehen.
  • Dr. Alexa Mieses Malchuk, Hausärztin und Assistenzprofessorin an der University of North Carolina School of Medicine macht diesen Vorschlang: Wenn ihre Kinder nicht einfach in ihr Zimmer hineinplatzen sollen können Sie ihnen einen Timer  einstellen, um das Betreten des  Zimmers etwas zu verzögern – ein virtuelles Wartezimmer sozusagen. Vieles löst sich in 30 Minuten von selbst, auch bei Kindern.

Als ich am Abend der Schnitzeljagd nach dem Abendessen mit meiner Tochter darüber sprach, dass ich die Beherrschung verloren hatte, war sie verständnisvoll, vor allem weil ich es so ausdrückte, das es für sie verständlich ist: „Es ist so, wie du dich fühlst, wenn dich deine kleine Schwester ständig in Deinem Zimmer stört“ – das kommt ein paar Mal pro Woche vor und meine ältere Tochter macht ihre ansonsten geliebte kleine Schwester dann richtig zur Schnecke. Ich habe mich bei meinem Kind entschuldigt, und ich glaube, wir haben uns danach beide besser gefühlt. Aber ich werde trotzdem in ein Schloss für meine Zimmertür investieren.


(Dieser Artikel aus der New York Times wurde von deepl fast perfekt übersetzt und anschließend von unserem „Textoptimizer“ noch stärker an unser Alltagsdeutsch angepasst).