Kinderbonus wurde für zusätzliche Anschaffungen genutzt

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Den in der Corona-Krise ausgezahlten Kinderbonus von 300 Euro haben die meisten Familien dazu genutzt, langlebige Gebrauchsgüter wie Kleidung, Möbel oder etwa einen Computer zu kaufen. In einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bundesfinanzministeriums gaben im Dezember 60 Prozent der Haushalte an, sie wollten das Geld für Konsumzwecke ausgeben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Bei Haushalten mit geringem Einkommen betrug dieser Wert demnach fast 70 Prozent.

Der Kinderbonus wurde in zwei Raten im September und Oktober ausgezahlt. In diesem Jahr soll es 150 Euro geben.

Die wegen der Corona-Krise ab Juli bis Jahresende gesenkte Mehrwertsteuer wirkte sich deutlich schwächer auf den Konsum aus. Im August gaben laut Statistischem Bundesamt 15 Prozent der Haushalte an, sie wollten Anschaffungen vorziehen, im Dezember waren dies 20 Prozent. Zusätzliche Anschaffungen wegen der Mehrwertsteuersenkung planten demnach im August 13 Prozent der Haushalte, im Dezember 16 Prozent. Der Statistik zufolge nutzen insbesondere Haushalte mit Kindern die Senkung der Mehrwertsteuer.

Das Bundesfinanzministerium zog laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) eine positive Bilanz der Maßnahmen. Nachfrage und Konjunktur seien durch Kinderbonus und Mehrwertsteuersenkung wirkungsvoll unterstützt worden, zitierten die RND-Zeitungen am Donnerstag aus dem Ministerium.

Während Konjunkturexperten noch im Juni 2020 von einem Einbruch des Wirtschaftswachstums um bis zu 7,8  Prozent ausgegangen seien, habe das Statistische Bundesamt vor Kurzem einen tatsächlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent festgestellt. Damit sei Deutschland deutlich besser durch das Krisenjahr gekommen als alle anderen großen europäischen Volkswirtschaften.

ilo/pw