Tee ist nicht gleich Tee und machmal etwas völlig anderes

Hier werden die Zutaten für das zweitbeliebteste Getränk der Welt in Nepal gepflückt: Tee.

(ddna) Es ist die 1-Million-Euro-Frage: Was ist Tee? Und was ist kein Tee?

Tee ist das am zweithäufigsten konsumierte Getränk der Welt, übertroffen nur von Wasser. Eine oft überraschende Tatsache für Tee-Neulinge ist, dass alle Teesorten (Schwarz-, Grün-, Oolong-, Weiß- und Pu’erh-Tee) von der gleichen Pflanze stammen. Der wissenschaftliche Name dieser vielseitigen Pflanze ist Camellia sinensis (sie ist tatsächlich mit den schönen Kamelienblüten verwandt, die man in botanischen Gärten und Landschaften sieht). Camellia sinensis ist eine subtropische, immergrüne Pflanze, die in Asien beheimatet ist, aber längst (fast) auf der ganzen Welt angebaut wird. Dort, wo es meistens recht warm bis sehr warm ist. Die Teepflanze wächst am besten in lockerem, tiefem Boden, in großen Höhen und in subtropischem Klima. Kurz gesagt, „Tee“ ist alles, was aus der Camellia sinensis-Pflanze gewonnen wird.


Viele Getränke, die als „Tee“ bezeichnet werden, sind eigentlich kein Tee. Kräutertees, die Teeexperten als Tisanes (ein französisches Wort für „Kräutertee“) bezeichnen, sind in der Regel getrocknete Blüten, Früchte oder Kräuter, die in kochendem Wasser aufgegossen werden (es sind keine eigentlichen Teeblätter enthalten). Historisch zu medizinischen Zwecken oder als koffeinfreie Alternative konsumiert, beginnen viele Tisanes (ausgesprochen tih-ZANN) ihre Fans außerhalb der Teewelt zu finden. Ein Hinweis: In Europa und einigen anderen Ländern ist die Verwendung des Wortes „Tee“ gesetzlich geregelt und bezieht sich nur auf Getränke aus Camellia sinensis (Teepflanze). Nicht aber in den USA : Dort kann alles, was kein Big Mac ist, Tee genannt werden.


Praktisch jede Blume, Frucht oder jedes Kraut, das in Wasser aufgeweicht und eingenommen werden kann, kann zu einem Tee werden. Machen Sie einfach einen Ausflug in Ihr örtliches Reformhaus und Sie werden Dutzende von „Heilkräutertees“ finden, die sehr viel versprechen, von Entspannung über die Verjüngung bis zu einem hyperaktivem Liebesleben. Wir werden uns nur auf einige der bemerkenswerten Kräutertees konzentrieren: einige alte Klassiker und einige neue Favoriten.


Kräuter-Tee

  • Der wohl berühmteste Kräutertee findet seine Wurzeln im alten Ägypten: Kamillen-Tee. Die erste urkundliche Erwähnung des Genusses von Kamille findet sich in einem Dokument, das als „Ebers Papyrus“ bekannt ist und auf das Jahr 1550 vor Christus zurückgeht. Verwendet, um die Götter zu ehren, die Toten einzubalsamieren und die Kranken zu heilen, hat die Kamille einen dauerhaften Ruhm erlangt. Dieses leichte, süße, apfelähnliche und blumige Getränk wird immer noch für seine unheimliche beruhigende Wirkung verehrt.
  • Pfefferminze wird seit Jahrtausenden als koffeinfreies, verdauungsförderndes und magenberuhigendes Hausmittel eingesetzt, das bis zu den Griechen zurückreicht. Zu dieser Zeit wurden Tische mit Pfefferminze eingerieben, um das Essen angenehmer zu gestalten. Doch nicht alle Kräutertees dieser Zeit waren so angenehm. Einige waren in der Tat tödlich. Sokrates, dem Vater des modernen Denkens, bekam sein Gebräu namens Schierling absolut gar nicht.

Frucht-Tee
  • Früchtetees oder Tisane sind koffeinfreie Mischungen, die eine Reihe von Früchten, Gewürzen und Kräutern enthalten. Die häufigste Zutat in Früchtetees ist Hibiskus, eine karminrote Blume, die der Tasse eine tiefrote Farbe und eine kräftige, herbe Süße verleiht. Hibiskus ist von Natur aus reich an Vitamin C. Teemischer verwenden getrocknete Früchte, Fruchtschalen, Fruchtöle, Blüten und Gewürze, um genau die richtige Mischung aus optisch schön und gutem Geschmack zu erzielen.

Rooibos
  • Rooibos ist noch relativ neu auf den Teekarten – gemessen daran, dass alle anderen Tees sehr, sehr alt sind. Rooibos ist auch bekannt als „Red Bush Tea“ oder einfach „Roter Tee“, er wurde  als Ersatz für schwarzen Tee eingeführt. Während des Zweiten Weltkriegs waren plötzlich praktisch alle Vorräte an japanischen und chinesischen Tees nicht mehr verfügbar. Die teesüchtige westliche Kultur suchte auf der ganzen Welt nach einer Alternative und entdeckte schließlich den koffeinfreien Rooibos, der nur in Südafrika wächst. Rooibos hat einen reichhaltigen, leicht süßen Geschmack, der allein ausgezeichnet ist und sich hervorragend mit einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen mischen lässt.


Unser Tipp: Dieser Tee kommt immerhin vom Hoflieferanten des britischen Königshauses: Auch wenn dort der Haussegen schief hängt wie aktuell wird sicher weiter Tee getrunken. Vor allem Rooibus, der ja kein Koffein enthält, denn hohen Blutdruck dürften im Buckingham-Palast ohnehin alle zur Zeit haben. Wenn Sie auch entspannen möcchten…


Yerba Mate
  • Das neueste Getränk auf dem Kräutermarkt heißt Yerba Mate. Diese südamerikanische Pflanze aus der Familie der Stechpalmen wird in weiten Teilen Brasiliens, Argentiniens, Paraguays, Uruguays und des Fernen Ostens konsumiert. Yerba Mate, oder einfach „Mate“, wird als ein kulturelles Phänomen gepriesen, das den Körper mit Energie auflädt und auch heilt. Mate ist eine der wenigen Pflanzen auf der Erde (zusammen mit Kaffee, Kakao und Tee), die Koffein enthalten. Der krautige Geschmack ist für Neulinge etwas ungewohnt, zumal dieser Tee, wenn man es richtig macht, aus einem ausgehöhlten Kürbis getrunken wird. In den USA wird Mate immer mehr zum Ersatz für Kaffee. Wer Mate-Neuling ist kann auch gleich eine komplette Erst-Austattung kaufen, zusammen mit 2 Keramik Kalebassen, die den Kürbiss ersetzen.


KräutermischungenTisanes

  • Mischungen aus den genannten und vielen weiteren Kräutern – werden ebenfalls immer beliebter. Die große Vielfalt an Tisanen macht die Kombinationsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. Kräutergetränke sind nicht mehr nur ein Getränk für Schwangere, Koffeinempfindliche oder diejenigen, die versuchen, ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, sondern haben einen neuen Platz auf dem Markt gefunden. Tisane beginnen, die Heißgetränke-Kultur mit einer breiten Palette von Geschmäckern ins Endlose auszuweiten. Sie haben sich von den größeren Brüdern Kaffee und Tee getrennt und einen eigenen unabhängigen Weg eingeschlagen.

Der Tee zum Aufstehen – unser Tipp zum Ausprobieren

Nicht nur weil die Dose so schön aussieht – dieser schwarze Frühstücks-Tee wird natürlich in London gemischt, der europäischen Tee-Hauptstadt  und zwar genauso seit 1831.  Der Tee wird in China biologisch angebaut, schließlich mag niemand Pestizide in seinem Tee. Die Dose reicht für 200 Tassen und ein Tropfen Milch wird von führenden Tee-Experten empfohlen, weil sich dann das erfrischende Aroma besonders gut entfaltet. Mit 23,49 Euro ein erschwingliches Aufsteh-Vergnügen.