Nachrichten aus NRW: „FAZ“: Metall-Arbeitgeber machen IG Metall neues Angebot im Tarifkonflikt

Fahne der IG Metall

Bild: Fahne der IG Metall (Daniel ROLAND AFP)

In den bundesweiten Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie kommt offenbar Bewegung. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag berichtete, rücken die Arbeitgeber im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen von ihrem Ziel einer Nullrunde ab. So wollen sie den Konflikt mit der Gewerkschaft IG Metall noch „vor Ostern“ lösen. Bei einem Ergebnis könnte NRW als Pilotbezirk für Abschlüsse auch in anderen Tarifgebieten dienen.

„Wir werden der IG Metall in der kommenden Woche vorschlagen, für dieses Jahr eine substantielle Einmalzahlung an die Beschäftigten tarifvertraglich zu vereinbaren“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Metall NRW, Arndt Kirchhoff, der Zeitung. „Außerdem sind wir bereit, für das Jahr 2022 eine reguläre Tariferhöhung zu vereinbaren.“

Die neue Metall-Verhandlungsrunde hatte am Montag in Düsseldorf begonnen, begleitend dazu legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 8000 Beschäftigte in NRW die Arbeit nieder. Die IG Metall fordert in den Verhandlungen für die insgesamt mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie bundesweit unter anderem eine Entgelterhöhung im Volumen von vier Prozent für ein Jahr.

Die Tarifverhandlungen sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Bislang erklärten die Arbeitgeber, Lohnerhöhungen frühestens im zweiten Halbjahr 2022 akzeptieren zu wollen. Sie verwiesen dazu auf die Belastungen durch die Corona-Pandemie. 

Kirchhoff kündigte nun in der „FAZ“ an, die Einmalzahlung für 2021 mit „verlässlichen Ausnahmeregeln“ für solche Betriebe verknüpfen zu wollen, die in ernsten Schwierigkeiten stecken. Er gehe davon aus, dass dies derzeit unmittelbar etwa 25 bis 30 Prozent der Betriebe betreffe. „Auch sie müssen durch die Corona-Krise kommen und wieder festen Boden erreichen, bevor sie mit höheren Kosten belastet werden“, sagte er.

Die Höhe des geplanten Lohnangebots wollte Kirchhoff nicht genau beziffern. Allerdings werde es bei der Einmalzahlung „sicherlich um mehr als 100 Euro gehen“, sagte er.

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