Adtech HYGH: Das lokale Radgeschäft auf Hochglanz-Displays

Adtech-Startup HYGH: Display-Werbung auch für kleinere Budgets in Koop mit Samsung Bild: HYGH


(ddna) Das 2018 in Berlin gegründete Startup HYGH AG treibt die schnelle und unkomplizierte Buchung von Werbung auf hochwertigen Displays in Top-Lagen der Städte weiter voran: Rund 2.000 Displays des Kooperationspartners Samsung sind bis zum Herbst geplant, insgesamt 5.000 hat der koreanische Hightech-Anbieter zugesagt. Fürs erste.  Das Buchungs-System ermöglicht im Gegensatz zu bisherigen Display-Werbeanbietern lokalen und hyperlokalen Werbetreibenden, ohne großen Vorlauf und machbaren Budgets auf den 55-Zoll-Monitoren präsent zu sein. Das bislang aufwendige und teure  Buchen von Display-Werbung ist laut HYGH Geschichte.


„Wir unterstützen das Ziel, Unternehmen – egal ob groß oder klein – eine flexible, kostengünstige und zielgerichtete Schaltung von digitaler Werbung im öffentlichen Raum zu ermöglichen“, erklärte Samsung zur Kooperation mit HYGH. Trotz Corona meldet das Startup, das in Köln bereits 70 der geplanten 200 Displays installiert sind. In Hamburg soll in diesen Tagen damit begonnen werden, ebenfalls 200 Geräte für Werbetreibende zur Verfügung zu stellen. In Berlin sollen es Ende Sommer sogar 1.300 sein. Auch bereits existierende Displays können in das Buchungs-System integriert werden.


 Stadtteilbezogene Display-Werbung war bislang nicht bezahlbar

Die HYGH AG bietet Werbekunden flexible und kleinteilige Werbemöglichkeiten: Auf einem Netzwerk von Displays in den Schaufenstern von Geschäften, Friseurläden und Zeitungskiosken. So ist eine gezielte Bewerbung eines Dienstleisters oder eines Restaurant auch beschränkt auf einen Stadtteil oder Berliner Kiez möglich. Aber auch die, die Platz für Screens anbieten, gewinnen: „Jedes Unternehmen kann irgendwo im Laden einen Bildschirm aufstellen und damit passives Einkommen erzielen, indem es Werbung in seinen Geschäftsräumlichkeiten schaltet“, erklärt Gründer Antonius Link in einem Interview.


Lokale und zeitlich exakt auf Kunden abgestimmte Display-Werbung ist eine der Innovationen: Eine Bäckerei am U-Bahnhof schaltet zwei Stunden werktags am Morgen, ein Eisladen nur bei Sonnenschein – oder wenn es regnet, denn dann werden Kunden besonders gebraucht. Die Smartphone-Bank N26 ließ beispielsweise in der Hauptstadt Motive zeigen, die an die jeweiligen Stadtteile angepasst waren Mit diesem Konzept habe man im bereits im ersten Geschäftsjahr profitabel gearbeitet, so der Mitgründer Fritz Frey, und diese Erlöse in noch bessere Technologie investiert. Bei der Gestaltung der Werbekampagne sind die Kunden frei: Sie können sie entweder selbst entwerfen oder sich von HYGH dabei unterstützen lassen. Sie haben die Kontrolle darüber, welche Werbebotschaft wo und wann ausgespielt wird.


Als Display-Kunde von Branchenriesen verschmäht – also wurde selbst gegründet

Spannend ist die Geschichte hinter dem erst 2019 gegründeten Unternehmen, denn eigentlich wollten die späteren HYGH-Gründer selbst bei den beiden Außenwerbe-Marktführern Werbeplätze buchen, um ihre Krypto-Beratungsfirma bekannter zu machen. Das scheiterte daran, dass dort bei Werbebuchungen für unter 50.000 Euro nichts ging. Auch der Vorlauf wäre sehr langwierig gewesen. Für Startups oder kleine lokale Unternehmen fiel diese optisch  attraktive Promotion also bislang aus. Die drei Gründer, deren Holding im schweizerischen Zug sitzt, haben an ihrem Unternehmensstandort Berlin übrigens einen überaus erfolgreichen Urahn ihrer Branche: Der Drucker Carl Litfaß hatte hier die Idee für seine „„Annoncier-Säulen“, mit denen er ein Vermögen machte. Der zunächst etwas kryptisch klingende Name des gegenwärtigen Branchen-Revolutionärs macht spätestens bei der Aussprache deutlich, wo die Reise hingehen soll – „High“, einfach nach oben.