Ramelow kritisiert Einstufung Mallorcas als Nicht-Risikogebiet

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Einstufung Mallorcas als Nicht-Risikogebiet für das Coronavirus und die Folgen dieser Entscheidung kritisiert. „Wir haben eine fatale Fehlentwicklung gehabt mit den Mallorcaflügen. Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte Ramelow am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Er kritisierte, dass die Ferieninsel ohne vorherige Absprache mit den Ministerpräsidenten von der Liste der Risikogebiete genommen worden sei.

Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass es ungerecht sei, Hotels auf Mallorca zu öffnen, während sie beispielsweise in Schleswig-Holstein nicht öffnen dürften. „Das hat zu einer fatalen Kommunikationsproblematik geführt“, sagte Ramelow. Innerhalb der Bundesregierung sei nach der Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einzustufen, plötzlich Druck entstanden, „weil alle Menschen dachten, dass jetzt Urlaub angesagt ist“.

Ramelow zeigte sich zudem unzufrieden mit der Organisation der jüngsten Bund-Länder-Beratungen, die sich bis tief in die Nacht zum Dienst hingezogen hatten . „Ich habe sechs Stunden vor dem Bildschirm gesessen und gewartet, dass die Viertelstunde Pause beendet wird und man gesagt bekommt, was eigentlich passiert“, berichtete Ramelow. Bis 23:45 Uhr habe er nicht gewusst, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ein Teil der Ministerpräsidenten abgeblieben seien. Dies sei eine „seltsame Art des kommunikativen Umgangs“.

ald/cne