Verbraucherschützer registrieren mehr als 130.000 Beschwerden mit Corona-Bezug

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Bei den Verbraucherzentralen sind von März 2020 bis Februar 2021 knapp 616.000 Beschwerden und Anfragen eingegangen. Davon weisen rund 137.000 Fälle einen Corona-Bezug auf, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) berichtete. 59 Prozent der Corona-Beschwerden bezogen sich demnach auf den Bereich Reisen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspreche das einem Anstieg um mehr als zehn Prozent.

„Die schlechte politische Führung und Kommunikation bei den Zwangsgutscheinen für ausgefallene Veranstaltungen oder abgesagte Reisen hat für viel Frust bei den Verbrauchern gesorgt“, sagte VZBV-Chef Klaus Müller dem „Handelsblatt“. Hunderttausende Kunden hätten monatelang auf die Erstattung ihrer Vorauszahlungen warten müssen. Die Regeln und Aussagen der Politik zu Reisen wirkten oft „planlos, mitunter konfus“, sagte Müller. „Leidtragende sind Verbraucher, die dann immer wieder mit Stornierungsproblemen alleine gelassen werden.“

Weitere 17 Prozent der Verbraucherbeschwerden mit Corona-Bezug drehten sich dem Bericht zufolge um das Thema Flugverkehr. Die Anzahl der Beschwerden in diesem Bereich habe sich laut VZBV im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verelffacht, hieß es in dem Bericht. Der Verband habe seit April 2020 ein Dutzend Reiseveranstalter und Fluggesellschaften abgemahnt, weil sie ihre Kunden „auf unzulässige Weise“ davon abgehalten hätten, ihr Recht auf Erstattung des Reisepreises einzufordern.

bfi