Erster Wohnungskauf: Die vier häufigsten Fehler

 

Bis auf dem Sofa in der eigenen Wohnung gesessen werden kann sollte viel gerechnet und gesucht werden Bild: Pixabay/Erika Wittlieb

1. Das wahre Budget nicht kennen

Der erste Fehler, den viele Erstkäufer machen, ist, dass sie ihre Wohnungssuche beginnen, ohne eine realistische Vorstellung von ihrem Budget zu haben. Sie schauen sich Wohnungen an, die sie zwar toll finden, die aber möglicherweise weit außerhalb ihrer Möglichkeiten liegen. Auf der anderen Seite kann es passieren, dass sie Wohnungen in Betracht ziehen, die unter ihrem Budget liegen und nicht nach schöneren Wohnungen suchen, die sie sich vielleicht tatsächlich leisten könnten. Im Endeffekt wird dadurch die Zeit des Käufers, des Verkäufers und der eventuell beteiligten Makler verschwendet. Selbst wenn Sie das Geld für Ihre Wohnung bar auf der Bank haben sollten – lassen Sie sich ein Finanzierungsangebot machen! Denn zusammen mit Ihrem Bankberater werden Sie herausfinden, wieviel Geld wirklich nötig ist. 10-20% Kosten zusätzlich zum Kaufpreis sind ein vernünftiger Puffer. Ein exaktes Budget festzulegen, bevor Sie mit der Suche beginnen, spart auf lange Sicht viel Zeit.


2. Sich von den historisch niedrigen Immobilien-Zinsen verführen lassen

Eine halbe Million Euro Immobilienkredit gibt es zur Zeit einschließlich der 1%-Tilgung für unter 1.000 Euro im Monat. Aber es gibt zwei andere Punkte, die dauerhaft ins Geld gehen: Gerade bei Altbauten sind mehrere hundert Euro Hausgeld die Regel – das sind Rücklagen für Gemeinschaftsanlagen wie eine Dacherneuerung oder ein Fassadenanstrich. Aber auch das Heizen des Treppenhauses und das Auswechseln der Glühbirnen im Keller kommen auf diese Rechnung. Hinzu kommen die Nebenkosten für die eigene Wohnung, die genauso bei Mietwohnungen anfallen würden: Wasser, Strom, Müllabfuhr und vor allem Heizkosten.  Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes sind es bei einer 100qm-Wohnung im Durchschnitt knapp unter 3.000 Euro im Jahr, die ein Eigentümer oder Mieter einkalkulieren muß. Dies kann also weitere zwei- bis dreihundert Euro monatlich ausmachen. Das der Kauf einer Immobilie immer günstiger ist als eine Mietwohnung ist eine uralte Stammtischweisheit und falsch – in Städten wie Berlin, Hamburg oder München fast immer. Faustregel: Wenn eine Wohnung in weniger als 25 Jahren nicht abbezahlbar ist kommt eine gleichwertige Mietwohnung preiswerter. Es sei denn, man vertraut darauf, dass die Wohnung in 25 Jahren viel mehr wert sein wird als heute.


3. Man kann ohne Makler kaufen – aber wird das wirklich preiswerter?

Viele Haus- und Wohnungskäufer denken, dass sie in der Lage sind, die Wohnungssuche auf eigene Faust und mit Hilfe von Online-Portalen alleine zu schaffen.  Obwohl es natürlich das Beste ist, sich gut zu informieren und selbst zu sehen, was auf dem Markt ist, wird die Konsultation eines Profis Ihre Suche wahrscheinlich erfolgreicher machen. Es ist der Job des Maklers, genau zu wissen, wie der Immobilienkaufprozess funktioniert.  Im besten Fall ist der Makler Experte für die verschiedenen Viertel und Bereiche der Stadt, in der Sie kaufen möchten und könnte Ihnen möglicherweise Zugang zu einer Immobilie verschaffen, bevor diese überhaupt auf den Markt kommt. Natürlich hat niemand Lust im Anschluss die Rechnung des Vermittlers zu bezahlen und wenn Sie viel Zeit haben wird es auch ohne gehen! Übrigens: Bei der Höhe des Maklerhonorars lassen diese meist mit sich reden.


4. Lassen Sie sich von dem Zustand Ihrer Traum-Wohnung nicht abschrecken

Ihr Makler sagt Ihnen, dass er eine Wohnung hat, die alle Ihre Anforderungen erfüllt. Oder Sie haben selbst eine gefunden. Sie hat genau die richtige Größe, passt in Ihr Budget und liegt in Ihrer Lieblingsgegend. Sie gehen hinein und es ist Chaos. Lassen Sie sich nicht entmutigen und geben Sie noch nicht auf. Böden können ausgetauscht, Wände gestrichen und alles so eingerichtet werden, wie Sie es möchten. Kehren Sie dem, was Ihr Traumhaus oder Ihre Traumwohnung sein könnte, nicht den Rücken zu, nur weil es ein paar Handgriffe braucht. Denken Sie an Dinge, die repariert werden können, wie z.B. kosmetische Merkmale. Denn entscheidend sind nur die Dinge, die nicht repariert oder verändert werden können, wie z.B. die Lage, die Größe und die Helligkeit in der Wohnung.