Nach Ende des Mietendeckels in Berlin mehr Mietwohnungen und höhere Preise

Nach dem Ende des „Mietendeckel Berlin“: Deutlich mehr Angebote und Preise ziehen kräftig an Bild: Getty/Jan Ohlau

(ddna). Nachdem am vergangenen Donnerstag das Bundesverfassungsgericht den Berliner „Mietendeckel“ für „nichtig“ erklärt hatte werden wieder deutlich mehr Wohnungen zur Miete angeboten (Stand heute 19.4.2021). Bei einer Auswertung von rund  95 Prozent aller Online-Angebote auf allen wichtigen Portalen durch den Immobiliendaten-Spezialisten realestatepilot (Leipzig) werden in der Wohnungsgröße bis zu 60qm heute 166 Wohnungen zur Miete angeboten, zwei Wochen zuvor waren es lediglich 121 (verglichen wurden die Zeiträume 3.-5.April zu 16.-18.April).In der nächstgrößeren Wohnungskategorie mit Flächen von 60 bis 90qm nahm der Zahl der Angebote im selben Zeitraum von 80 auf 147 zu. Bei den familiengerechten Wohnungen von 90 bis 120 Quadratmeter stieg das Angebot um mehr als das Doppelte (von 16 auf 38 Wohnungsangebote). Bei den größten Wohnungen ab 120 Quadratmeter vervierfachten sich die Angebote auf niedrigem Niveau: Wer vom 3. bis 5.April so eine Wohnung suchte fand 5 Angebote, heute sind es mit 21 viermal mehr.


Mietpreise steigen zum Teil erheblich

Es zeichnet sich auch bereits ab, das die Mietpreise noch einmal massiv steigen könnten: Die fast 170 Angebote bei den kleinsten Wohnungen (bis 60 Quadratmeter) liegen bezogen auf den Quadratmeterpreis um knapp 14 Prozent über dem Durchschnitt der Angebote bis zu dem Tag, an dem der Mietendeckel vom Gericht aufgehoben wurde. Auch bei den ganz großen Wohnungen liegen die geforderten Mietpreise bereits 10 Prozent über dem Monatsdurchschnitt. Seit einem Jahr waren die Mieten in Berlin nur noch um 5,6 Prozent gesteigen, das ist weniger als in Dortmund oder Leipzig. Für alle Mietwohnungen in der Hauptstadt werden mit Stand heute unabhängig von Lage und Größe 13,17 Euro pro Quadratmeter verlangt.