Unfall NRW: Abschlussmeldung: Schwerer Unfall mit drei Lkw und einem Pkw auf der A 1 – zwei Schwerletzte

Polizeiauto auf der Straße

Dortmund (ddna)

Wie unter den lfd. Nummern 0450 und 0452 berichtet, hat sich am Dienstag (27. April 2021) auf der A 1 zwischen dem Kreuz Dortmunda und dem Kamener Kreuz ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Großräumige Sperrungen im Bereich der Unfallstelle konnten am gestrigen Abend gegen 19:30 Uhr aufgehoben werden. Drei Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, zwei von ihnen schwer.

Am Mittag war ein 33- jähriger Lkw – Fahrer aus Polen mit seinem Sattelzug trotz eines bestehenden Überholverbots auf dem mittleren Fahrstreifen der A 1 in Fahrtrichtung Bremen unterwegs. Bei einem Spurwechsel auf den rechten Fahrstreifen übersah er offenbar den vor ihm stockenden Verkehr und fuhr ungebremst auf den Lkw eines 43-Jährigen aus Bochum auf. Durch die Wucht des Aufpralls durchschlug der Sattelzug des auffahrenden 33-Jährigen die Schutzplanke und kam in Schräglage im Bereich der angrenzenden Böschung zum Stehen. Der im Fahrerhaus eingeklemmte Mann musste durch die Feuerwehr befreit werden.

Ein 42-Jähriger aus Iserlohn, der zeitgleich mit seinem Klein-Lkw-Gespann auf der rechten Fahrspur unterwegs war, beabsichtigte den Verunfallten auszuweichen und fuhr auf die mittlere Spur. Hierbei übersah er offenbar den von hinten herannahenden Pkw eines 60-Jährigen aus Wallenborn, der mit seiner Beifahrerseite gegen den Anhänger prallte. Die Beifahrerin, eine 62-Jährige aus Wallendorn, wurde hierdurch erheblich verletzt.

Rettungshubschrauber brachten den schwer verletzten Fahrer des Sattelzugs sowie die Beifahrerin des Pkw in Krankenhäuser. Ebenso wurde der Autofahrer vorsorglich durch einen Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die weiteren Beteiligten blieben unverletzt.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und Bergungsmaßnahmen des Sattelzugs mithilfe eines Krans musste die A 1 in Fahrtrichtung Bremen für etwa 6 Stunden komplett gesperrt werden. Umfangreiche Sperrungen ab dem Kreuz Dortmunda führten in der Spitze zu einer Staubildung von etwa 15 Kilometern.

Zusätzliche Arbeit und einen unschönen Beigeschmack hinterließen Verkehrsteilnehmer, die auf der Gegenfahrbahn der A 1 in Richtung Köln unterwegs waren. Denn wieder einmal kam es zu einer Vielzahl von sogenannten Gaffern, die ihre Mobiltelefone für ein schnelles Foto zückten. In der Summe fertigten die Polizisten 23 Ordnungswidrigkeiten wegen der Nutzung eines Handys sowie des Überholens im Überholverbot. Die Verkehrsteilnehmer müssen daher mit entsprechenden Bußgeldern in Höhe von 100 Euro und 70 Euro rechnen. In beiden Fällen erweitern die Fahrer zudem ihr Konto in Flensburg um einen Punkt.

Siehe auch:

Quelle: Polizei Dortmund, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)

Wenn in NRW das Blaulicht flackert – Verkehrsunfälle in Nordrhein-Westfalen

Seit 1953 werden Verkehrsunfälle in den Polizeiarchiven festgehalten und noch nie hat es seitdem so wenig Verkehrstote gegeben wie im vergangenen Jahr. Auch wenn 2019 32 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, es waren immer noch 458 Todesopfer.

Aber immer noch sind viele schlimme Unfälle auf unseren Straßen leicht vermeidbar. Das ist kein Pech oder Schicksal, sondern oft Gedankenlosigkeit und Leichtsinn“ so Innenminister Herbert Reul. Das Ziel sei es, dass im Jahr 2050 nur noch im schlimmen Ausnahmefall ein Mensch durch einen Autounfall getötet wird.

Zu den vermeidbaren Unfallursachen zählte die Polizei in 2019 in 97 Mal zu schnelles Fahren, 31 Menschen waren nicht angeschnallt als sie starben, 39 Menschen kamen ums Leben, weil Drogen oder Alkohol im Spiel waren und einer starb, weil er am Steuer das Handy benutzte. Insgesamt gab es 2019 in Nordrhein-Westfalen rund 679.000 Unfälle – das sind 1800 pro Tag!

Am schlimmsten auch für die Rettungskräfte: wenn Kinder bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder sogar getötet werden. In 5 Fällen konnten Sanitäter und Ärzte 2019 für die Kinder nichts mehr tun.