Die besten Zahlungsmethoden für Online-Poker

Gerade mal vor 10 Jahren war Bezahlen im Internet keine Selbstverständlichkeit. Bild: Bru-nO


So wie immer größere Bestandteile des modernen Alltags sich im virtuellen Raum abspielen, so verändern sich auch die Verhaltensweisen der Deutschen. Aus dem Volk der Barzahler und Käufer auf Rechnung wird eine Nation, die das Misstrauen gegen Online-Zahlungen rapide aufgibt.

Dabei wird dieses Umdenken von Fakten gestützt. Zahlungen im Internet unterliegen etlichen Sicherheitskontrollen, ehe auch nur ein einziger Cent den Besitzer wechselt. Wenn es sich um den Einkauf von realen Dingen handelt, wird allerdings noch immer die Zahlung auf Rechnung oder per Einzugsermächtigung empfohlen, weil das Geld erst kassiert wird, sobald die erstandene Ware tatsächlich beim Empfänger eingetroffen ist. Geht das Paket verloren, ersparen sich die Kunden das nervenaufreibende Reklamieren, um die Moneten zurückzubekommen. Bei eventuellem Umtausch bietet sich diese Methode ebenfalls an.


Geht es allerdings um blitzschnelle Geschäftsabschlüsse weltweit oder die Bezahlung von virtuellen Gütern, haben inzwischen auch in der Bundesrepublik Zahlungsdienste, die wie PayPal über eine elektronische Wallet ihre Leistungen abwickeln, die Nase vorn. Laut einer Umfrage im Jahr 2020 nutzten 95 Prozent der befragten Bundesbürger in einem Zeitraum von sechs Wochen PayPal für Zahlungen. Google Pay und Apple Pay lagen weit abgeschlagen bei zwölf, beziehungsweise fünf Prozent.

Google Pay: Keine Chance gegen Marktführer PayPal Bild: Mika Baumeister


Zu dem Tempo der Transaktionen kommt die Anonymität. Wer sich etwa für Online-Poker anmeldet und PayPal für Ein- und Auszahlungen auf seinem Kundenkonto nutzt, kann sich sicher sein, dass keinerlei sensitiven Daten übermittelt werden, wie es etwa bei der Zahlung per Debit- oder Kreditkarte der Fall ist. Transaktionen über PayPal laufen einzig über die mit dem Kundenkonto verknüpfte E-Mail-Adresse. Intern liegen zwar die dazu gehörigen Kontoinformationen vor, aber diese werden ausschließlich in verschlüsselter Form verarbeitet.


Weil PayPal international agiert und überall anerkannt wird, ist der Zahlungsdienst ebenfalls bestens geeignet, um sich statt nur für die kleineren Turniere online sogar für die großen Pokerturniere in aller Welt anzumelden. Bei Ein- und Auszahlungen in anderen Währungen werden zwar im Regelfall geringe Gebühren fällig, aber dafür kommt es zu keinen Zeitverzögerungen, die das Risiko mit sich bringen, Anmeldefristen zu verpassen. Wer sein Kartentalent erfolgreich unter Beweis gestellt und den einen oder anderen gut gefüllten Topf eingestrichen hat, kann sich anschließend entscheiden, ob er den Gewinn aus der Wallet aufs Bankkonto überweisen lassen will oder das Geld als Gutschrift auf seinem PayPal-Konto behält.


Ein Großteil der jüngeren Poker-Asse hat das Spiel online gelernt und es dort ebenfalls zu den ersten großen Erfolgen gebracht. Dazu gehört der Deutsche Pius Heinz, der sich als 18-jähriger erstmals im Online-Casino angemeldet hatte und nach intensivem, theoretischem und praktischem Studium des Kartenspiels am Computer vier Jahre später als erster Deutscher in Las Vegas zum Poker-Weltmeister gekürt wurde. Der Titelgewinn brachte ihm rund 8,7 Millionen Dollar ein.

Doch selbst ohne große Ambitionen lohnt sich die Anschaffung einer Wallet bei einem der Zahlungsdienste in den meisten Fällen. Das gilt unter anderem, wenn es etwa um ein festgelegtes Budget für Freizeitvergnügen gilt. Werden die entsprechenden Zahlungen nur über das PayPal-Guthaben oder einen ähnlichen Dienst abgewickelt, dann kann tatsächlich nur jenes Geld ausgegeben werden. Im Gegensatz zu Bankkonten und Kreditkarten gibt es bei den Wallets keine Möglichkeit, sich in die roten Zahlen zu manövrieren.


Allein im vergangenen Jahr hatte PayPal in der Bundesrepublik bereits rund 29,1 Millionen registrierte Nutzer.Aufgrund dieses Booms bieten immer mehr Online-Händler den Dienst als eine von diversen Zahlungsmöglichkeiten an. Zwar kann nicht überall mit PayPal eingekauft werden, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass in dem Fall ein Konkurrenzanbieter diese Lücke schließt.

Mittlerweile ist der Siegeszug des Online-Handels in Deutschland trotz aller Liebe zum vertrauten Händler um die Ecke nicht mehr aufzuhalten. Allein 2019 betrug der Gesamtbruttoumsatz rund 58 Milliarden Euro – das waren rund 44-mal so viel wie noch im Jahr 2000. Im Jahr 2020 lag der Umsatz in Deutschland sogar schon bei 63 Milliarden Euro. Hinzu kommen Einkäufe im Ausland, die dank der weltweiten Vernetzung schon fast als Selbstverständlichkeit gelten.

Die großen Zuwachsraten beim Online-Einkauf bleiben unverändert. Bild: Rupixen


Dazu zählen bis zum Sommer 2021 auch die Besuche im Online-Casino, sofern sie nicht in Schleswig-Holstein stattfinden. Erst dann tritt nämlich der neue Glücksspielstaatsvertrag der Länder in Kraft, der erstmals in der gesamten Bundesrepublik Online-Casinos legalisiert. Innerhalb der europäischen Union sind diese längst erlaubt, sofern die Betreiber ihre Lizenz aus einem der Mitgliedsländer der EU erhalten haben. Mit der Neuregelung ziehen die Deutschen mit den Nachbarländern gleich. Für den Anfang plant die Regierung die Vergabe von 20 eigenen Lizenzen. Bis dahin gilt eine Duldungsregelung für Anbieter aus der EU, die sich an strenge Auflagen in punkto Jugendschutzes und die Vermeidung von Suchtgefahr handeln müssen. Auch dem Datenschutz kommt ein hohes Gewicht zu.


Die innerhalb der EU geltenden Regelungen, deren Einhaltung seitens der Online-Anbieter regelmäßig kontrolliert werden, sehen ebenfalls den Verbraucherschutz im Vordergrund. Aber obwohl Kunden stets daran erinnert werden, vor dem Abschluss einer wie auch immer gearteten Online-Transaktion das Impressum und die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters zu lesen, fallen regelmäßig ein paar Kunden auf unseriöse Webseiten herein. Obwohl die meisten Banken, aber auch Zahlungsdienste im Rahmen des Käuferschutzes in dem meisten Reklamations- oder Betrugsfällen das gezahlte Geld zurückerstatten, gilt das nur, sofern der Käufer nicht selbst das Gesetz gebrochen hat.

So sicher die Zahlungen im Internet auch geworden sind, ein bisschen Eigenverantwortung müssen die Kunden noch immer mitbringen, egal, für welche Transaktionsart sie sich entscheiden.