Meme-Münzen oder digitales Gold: Bitcoin, Etherum und Dogecoin trennen sich

(ddna) Bitcoin und Ether haben in den letzten Wochen eine wilde Fahrt hinter sich, bei der Milliarden von Dollar von ihrem Marktwert verschwanden – zunächst. Paul Brody, Global Blockchain Leader bei der internationalen Unternehmensbeartung EY prognostiziert, dass es in einem Jahr drei verschiedene sogenannte „Ökosysteme“ geben wird – und die Leute vielleicht sogar aufhören, über Krypto als Ganzes zu reden: „Ich denke, in einem Jahr werden wir aufhören, über Krypto als Ganzes zu sprechen – und anfangen, über das Ethereum-Ökosystem oder das Bitcoin-Wertangebot zu reden“, sagte er CNBC.

Der Kryptowährungsraum könnte sich also in drei verschiedene Märkte verzweigen: Bitcoin, Ethereum und die „Spaß-Coins“.  Bitcoin, die größte digitale Währung nach Marktkapitalisierung stürzte in den vergangenen Wochen um bis 30% ab und schwebte plötzlich nur noch in der Nähe der $30.000-Marke, inzwischen wieder knapp unter 40.000$. Trotzdem bleibt Bitcoin das bekannteste und wichtigste Schwergewicht unter den Digital-Währungen.

1. ‚Meme-Münzen‘ – das Spaß- und Spielgeld

Die erste Kategorie ist das, was Paul Brody als „Meme-Münzen“ bezeichnet, wie z. B. Dogecoin, ein digitales Token, das ursprünglich als Scherz begann. Sein kometenhafter Aufstieg im Preis war erstaunlich: Dogecoin konnte seit Erstschürfung um 7,000% zulegen. Dieses Segment der Kryptowährungen „könnte als Investition in die Unterhaltung kategorisiert werden. Ich sehe nicht, dass sie eine sehr große Zukunft im Ökosystem haben“.


2. Bitcoin als ‚digitales Gold‘

Der nächste Teil des Ökosystems dreht sich um Bitcoin. Der digitale Token wurde oft als potenzieller Konkurrent zu Gold als Absicherung gegen Inflation und als sicherer Hafen zitiert. Dennoch ist die Preisvolatilität von Bitcoin im Vergleich zu Gold tendenziell viel höher. Trotzdem: Laut Brody ist bitcoin jedoch in mancher Hinsicht „besser als Gold“. Denn: „Wenn der Goldpreis steigt, schürfen die Leute mehr, aber das kann man mit Bitcoin nicht wirklich machen“. Die Kryptowährung ist begrenzt und es können maximal 21 Millionen Bitcoins „gemint“ werden – derzeit sind bereits mehr als 18 Millionen im Umlauf. Neue Bitcoin werden von Computeranwendern geschaffen, die komplizierte mathematische Rätsel lösen und diese verbrauchen viel Energie. Trotzdem bleiben Fragen nach dem genauen Platz des Bitcoin in einem Investment-Portfolio noch offen.


3. Das Ethereum-Ökosystem

„Das dritte Ökosystem, das hier zu einem eigenen System werden könnte, ist das Ethereum-Ökosystem“, sagte Brody und fügte hinzu, dass es Ethereum ein „ganzes Business-Ökosystem“ um Sektoren wie dezentrale Finanzdienstleistungen und Speicherung aufbaut. Es werde „von der Nachfrage nach diesen Dienstleistungen und dem Wachstum dieses Ökosystems angetrieben werden“. Der Milliardär und Investor Mark Cuban ist ein entschiedener Befürworter von Ethereum und sagt, dass „die Anzahl der Transaktionen und die Vielfalt der Transaktionsarten zusammen mit den Entwicklungsbemühungen in Ethereum Bitcoin in den Schatten stellen.“

Auch Aswath Damodaran von der New York University meint, dass er für Ether – die Kryptowährung, die auf der Ethereum-Blockchain läuft – „eine bessere Chance“ sieht, eine weltweit anerkannte Währung zu werden als für Bitcoin.


Nicht vergessen werden sollte das die Diskussion ob Bitcoin oder Ethereum an großen Teilen der Gesellschaft noch völlig vorbeigeht. Und das nicht ganz so technik-begeisterte NormalbürgerInnen ganz andere Sorgen haben wenn es um Zahlungsmittel geht: Die Seniorenunion machte heute darauf aufmerksam, dass für viele betagte Deutsche das Bankensterben ein wichtiges Thema ist. Wenn die nächste Bank oder Sparkasse auf einmal kilometerweit weg ist heißt das für viele Rentnerinnen und Rentner das der Zugang zu Bargeld immer schwieriger wird – mehr Informationen dazu auf www.nachrichten-heute.net.