US-Präsident liefert: Riesiger Windpark vor Kalifornien geplant – EnBW im Rennen

 

(ddna) Die Idee, Windparks im Pazifischen Ozean zu errichten, wurde lange als unpraktisch abgetan. Aber wichtige Hürden, darunter auch militärische Einwände, wurden nun von US-Präsident Joe Biden überwunden. Der Gedanke an Windparks, die im Pazifischen Ozean saubere Energie für Haushalte und Unternehmen erzeugen, wurde lange Zeit aufgrund der logistischen Herausforderungen durch den tiefen Meeresboden und den Widerstand des Militärs, das keine Hindernisse für seine Marineschiffe wünscht, verworfen. Aber die sich entwickelnde Technologie und ein Präsident, der entschlossen ist, die Windenergie schnell auszubauen, haben die Aussichten für Windparks im Pazifik dramatisch verändert. An diesem Dienstag gab die US-Marine ihren Widerstand auf und schloss sich dem Innenministerium an, um zwei Gebiete vor der kalifornischen Küste abzusegnen, die laut Regierung für Windturbinen erschlossen werden können.


Der Plan erlaubt kommerzielle Offshore-Windparks in einem 399 Quadratmeilen großen Gebiet in der Morro Bay in Mittelkalifornien und in einem weiteren Gebiet vor der Küste von Humboldt in Nordkalifornien. Es ist die bedeutendste Maßnahme Washingtons um die Windenergie an der Westküste zu förden und gehört zu dem aggressiven Plan von Präsident Biden, erneuerbare Energien auszubauen und die Nation von fossilen Brennstoffen wegzubringen. „Dies ist der Durchbruch, der die Ansiedlung von Offshore-Windkraftanlagen im Pazifischen Ozean ermöglicht“, sagte Gina McCarthy, die Klimabeauftragte des Weißen Hauses.


Die Entscheidung ist ein Meilenstein für Kalifornien, das sich den erneuerbaren Energien verschrieben hat und die Auswirkungen des Klimawandels wie kaum ein anderer Staat zu spüren bekommt. Im vergangenen Sommer wüteten Waldbrände und im Death Valley wurde mit 54 Grad Celsius die höchste jemals aufgezeichnete Temperatur gemessen. Der Meeresspiegel steigt, die Küsten erodieren und die Trockenheit nimmt zu. Gavin Newsom, der demokratische Gouverneur von Kalifornien, nannte den Schritt „historisch“.


„Die Entwicklung von Offshore-Windenergie zur Erzeugung von sauberer, erneuerbarer Energie könnte ein entscheidender Schritt sein, um Kaliforniens Ziele für saubere Energie zu erreichen und den Klimawandel anzugehen – und das alles bei gleichzeitiger Stärkung der Wirtschaft und Schaffung neuer Arbeitsplätze“, sagte Newsom, der sich regelmäßig mit der Trump-Administration über Kaliforniens Versuche, die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe zu reduzieren, gestritten hatte, aber in Präsident Biden einen Verbündeten gefunden hat.


Die Verwaltung schätzt, dass Windturbinen in Morro Bay und in der Nähe von Humboldt zusammen schließlich genug Strom für 1,6 Millionen Haushalte erzeugen könnten. Wenn diese Zahlen realisiert werden, könnte dies die kalifornische Küste zu einem der größten Erzeuger von Windenergie in der Welt machen. Der neue Windpark an der Küste von Massachusetts wird voraussichtlich bis zu 84 riesige Windturbinen haben. Im Vergleich dazu schätzte Gouverneur Newsom, dass die kalifornischen Standorte mehr als 300 Turbinen beherbergen könnten.


Während die Offshore-Windindustrie weltweit boomt, vor allem an den Küsten Norwegens und Großbritanniens, floriert sie dort, wo das Wasser flach ist und Turbinen auf dem Meeresboden verankert werden können. Im Gegensatz dazu fällt der Boden des Pazifischen Ozeans vor Kalifornien steil von der Küstenlinie ab, so dass das Wasser zu tief ist, um Windtürme zu verankern. Aus diesem Grund haben einige Unternehmen schwimmende Turbinen gebaut. Derzeit gibt es etwa 20 solcher kleinen schwimmenden Turbinenparks auf der ganzen Welt, aber keinen in der Größenordnung, die Kalifornien vorschwebt.


Aber der kalifornische Gouverneur sagte, dass er bereits von potenziellen Entwicklern gehört habe. „Wir haben nicht nur internationale Unternehmen, sondern auch Regierungen, die sich an uns wenden“, sagte er. „Wir erwarten eine enorme Menge an Interesse.“ Zu den ersten Unternehmen, die ihr Interesse an einem Bau der gigantischen Windkraftanlagen angemeldet haben, gehört auch EnBW aus Karlsruhe.