Starkes Wachstum bei Online-Casinos 2021

Seit Corona haben Online-Games noch einmal kräftig zugelegt. Bild: Unsplash/Christin Hume


Der Alltag verlagert sich immer mehr in den virtuellen Raum, auch was den Freizeitbereich anbelangt. Zu den Gewinnern zählen dabei die Online-Casinos, deren Gesamtbruttospielerträge weltweit in diesem Jahr auf rund 65 Milliarden Euro ansteigen sollen – das sind knapp ein Viertel der gesamten Casino-Umsätze. Auch in Deutschland wird mit Vorliebe online gezockt, wobei Casinospiele mit rund 55 Prozent Marktanteil noch vor den Sportwetten und dem Online-Lotto liegt.


Das macht die Anbieter für Investoren zunehmend attraktiv, und auch für die Zocker selbst sind die Zahlen im Vergleich zu den meisten Glücksspielangeboten deutlich vielversprechender. Weil nicht jedes Games die gleichen Gewinnchancen bietet und sich zudem die Angebote und Ausschüttungsquoten insgesamt unterscheiden können, lohnt sich vor dem Öffnen des Geldbeutels ein Vergleich der Konditionen.

Ausschüttungsquoten von um die 95 Prozent sind normal, aber auf Dauer machen sich auch geringe Unterschiede um Zehntelprozentpunkte beim Kontostand bemerkbar, was für Aktien genauso gilt wie für Gewinne bei den Online-Spielen.


Die Beliebtheit und damit Lukrativität der virtuellen Spielbanken sorgen wiederum dafür, dass die Entwickerbranche nicht nur den Anreiz hat, bestehende Spieler ständig zu erweitern und neue Spiele auf den Markt zu bringen, es ist zumindest bei den Marktführern auch das für die Entwicklung notwendige Geld vorhanden, so dass auf den Bereich  spezialisierte Unternehmen wie Playtech ebenfalls profitieren.

Neue, aufregende Spiele, die etwa auf augmentierte Realität bei Slotspielen oder Live-Tische mit Dealern aus Fleisch und Blut beim Online-Poker setzen, erhöhen den Spaß für die Zocker und sorgen dafür, dass das Angebot nicht langweilig wird. Da die meisten Spieler zum Daddeln zu ihrem Handy greifen, das sich mittlerweile zur populärsten Gamingplattform in der Bundesrepublik entwickelt hat, liegt der Schwerpunkt auf grafisch ausgereiften, schnellen Spielen mit einem spannenden Soundtrack, und auf Bequemlichkeit für den Nutzer. Das gilt genauso bei den Ein- und Auszahlungsmethoden. Verschlüsselte Zahlungsdienste wie PayPal oder Wallets mit Kryptowährungen werden von immer mehr Online-Casinos angeboten, obwohl auch die traditionellen Zahlungsarten per Karte im Internet weiterhin erhalten bleiben.


Der schon jetzt attraktive Markt wird nach Experteneinschätzung in naher Zukunft gerade in der Bundesrepublik kräftig wachsen. Das liegt an dem jahrelang diskutierten neuen Glückspielstaatsvertrag der Länder, der ab dem 1. Juli 2021 Gesetz ist. Darin werden erstmals bundesweit Online-Casinos legalisiert. Bislang sind die virtuellen Spielbanken nur in Schleswig-Holstein erlaubt, und auch dort ist der legale Besuch ausschließlich auf Bewohner des Nordstaates beschränkt.

Innerhalb der Europäischen Union sind die seit den 90er Jahren existierenden Internet-Casinos seit langem zulässig, sofern sie ihre Lizenz aus einem der der EU angehörigen Länder erhalten haben. Sitzt der Lizenzgeber außerhalb der EU, ist der Besuch der Webseite nicht legal, was für die Kunden bedeutet, dass ihnen jegliche Rechtssicherheit fehlt.


In Deutschland ist im neuen Glücksspielgesetz festgelegt, dass erlaubte Webseiten ihre Lizenz aus der Bundesrepublik haben müssen, was leicht im Impressum nachzulesen ist. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollten ebenfalls, wie vor jedem Geschäftsabschluss im Internet, gelesen werden. Für die Anfang plant die Bundesregierung, 20 der begehrten Lizenzen an seriöse Anbieter zu vergeben. Bis dato gilt eine Duldungsregelung, bei der sich allerdings die Unternehmen bereits im Vorfeld an die mit dem neuen Gesetz geltenden Regelungen halten müssen. Um die Einhaltung zu kontrollieren, wird eine eigene Aufsichtsbehörde geschaffen. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Jugendschutz sowie der Prävention von Spielsucht.


Bevor ein Zocker ein Konto im Online-Casino einrichten kann, muss er Identität und Alter nachweisen, um Missbrauch auszuschließen. Zudem wird das Verhalten der Spieler genau wie in den staatlichen, landbasierten Einrichtungen überwacht. Wer etwa durch sehr häufiges Spielen oder gewagte Einsätze als suchtgefährdet auffällt, wird in eine bundesweit geltende Sperrdatei aufgenommen, die ihn an weiteren Spielbank-Besuchen hindert. Zocker können sich zudem freiwillig in diese Datei aufnehmen lassen.

Auch finanziell möglicherweise ruinösem Spiel wollen die Gesetzgeber von vornherein einen Riegel vorschieben, indem sie finanzielle Limits im Staatsvertrag verankern. Pro Zocker dürfen im Monat maximal 1000 Euro in Online-Glücksspiel aller Art investiert werden, selbst wenn diese Summe auf 20 Kundenkonten bei diversen Anbietern verteilt ist.


Die strikten Auflagen bieten den Zockern im Gegenzug Rechtssicherheit und bewahren sie vor dem Risiko, auf einer verlockend aussehenden, aber illegalen Seite aus einem Drittland außerhalb der EU zu zocken und womöglich ungewollt Geldwäsche zu ermöglichen und so in das Visier von Fahndern zu geraten. Auch die Auszahlung von Gewinnen und der Datenschutz ist bei unseriösen Anbietern mit einem großen Fragezeichen versehen.

Weil High-Roller mit dickem Bankkonto und hohen Einsätzen künftig auf deutschen Webseiten starke Einschränkungen machen müssen, ist es durchaus möglich, dass die Anbieter das in ihrer Bilanz zu spüren bekommen. Dafür eröffnet sich ein neues Kundensegment, weil mit der Legalisierung Online-Casinos aus der Grauzone herauskommen und Zocker sich keine Sorgen um etwaige Gesetzesüberschreitungen machen müssen.


Je erfolgreicher die Branche ist, desto mehr freut sich das Finanzamt. Weil die auf die Umsätze anfallenden Steuern ausschließlich in den Säckel des lizenzgebenden Landes fließen, ist Deutschland mit besagter Ausnahme Schleswig-Holsteins bislang leer ausgegangen, soweit es Einnahmen aus Online-Casinos betrifft. Das sind im Regelfall Millionenbeträge, die künftig den Staatskassen der Bundesrepublik zugutekommen. Da aus den Glücksspielabgaben unter anderem gemeinnützige Einrichtungen mit finanziert werden, profitiert indirekt der Zocker selbst von jedem Besuch im landbasierten oder virtuellen Casino, auch wenn Fortuna einmal nicht auf seiner Seite war.