Digitalisierung der Banken: Kooperationen mit FinTechs als Chance

Früher ein Symbol für die Bedeutung der Banken: Die Skyline Frankfurts


Die großen Bankentürme in Frankfurt und New York galten lange als Symbol von Macht und Einfluss, heute symbolisieren sie eher Unbeweglichkeit und Kundenferne.  Die Einladung eines Kunden in einen der Betonklötze galt als Ritterschlag, heute wird dasselbe Bankgeschäft aus dem Cafe per iPad gemacht. Der Bedeutungsverlust von Commerzbank, Deutscher Bank und anderen geschichtsträchtigen Geldinstituten hat mehrere Gründe, schreibt it-daily in diesem Monat:  „Neo-Banken und FinTechs verfügen über Risikokapital und Plattformunternehmen mit großer Kundenbasis wie Amazon und Apple drängen mit Lösungen für den Zahlungsverkehr in den Bankenmarkt. Im Gegensatz zu den etablierten Finanzinstituten sind die Disruptoren agil und bieten ein erstklassiges Kundenerlebnis“.


Traditions-Banken setzen auf Partnerschaften mit FinTechs

Ob der Marktführer beim Online-Banking N26, Vivit, Klarna oder C24 – die FinTechs sind mit reichlich Risikokapital ausgestattet und können so fast im Wochen-Rhythmus weitere kundenfreundliche Innovationen bei den mobilen Bankgeschäften vorstellen. Für eine solche Geschwindigkeit sind die Traditionsbanken bsiher nicht aufgestellt, weder personell noch von der Unternehmensphilosophie. Immer mehr Banken suchen deswegen einen Ausweg aus dem Digitalisierungsdilemma, indem sie Highend-Lösungen von Startups in die eigene Produktwelt einbinden und nutzen. Zwei Beispiele: Die Services von WebID aus Berlin und PriceHubble aus der Schweiz.


Die Video-Identifikation fürs Banking kommt oft aus Berlin von WebID

WebID aus Berlin verantwortet bei immer mehr Geldinstituten und Finanzdienstleistern die technisch hochkomplexe Identifizierung von Kunden per Videoverfahren. Neun Jahre nach der Gründung hat WebID eine beeindruckende Referenzliste: Die Deutsche Bank, die DKB, Barclaycard und Santander und teilweise Apple und Amazon lassen die Identität ihrer Kunden und Neukunden per patentiertem „VideoIdent“ von dem Unternehmen prüfen. Dafür setzt WebID auf geschultes Personal, modernste Technologien und hundertprozentig verlässliche sowie datenschutzkonforme Abläufe mit Servern in Deutschland. Ohne aufwändige Zulassungsverfahren und Prüfungen durch die Finanzaufsicht geht hier gar nichts: So musste Unternehmensgründer Frank S. Jorga lange Gespräche mit dem Bundesfinanzministerium führen, bis er 2014 die Bestätigung für seine Identifikation per Videochat erhielt.


Der Immobilienbewertung wird mit PriceHubble digital

Das Ziel von PriceHubble: Immobilienfinanzierungen und Kreditvergaben für Unternehmen schneller und kundenfreundlicher machen. Das Timing dafür stimmt: Die erst 2020 verabschiedete Leitlinie der Europäische Bankenaufsicht (EBA-Leitlinie) sieht erstmals vor, dass für die Kreditvergabe- und das Monitoring von Bestandskrediten statistische Bewertungsmodelle zum Einsatz kommen können. PriceHubble nutzt diese neue Regelung und hat ein KI basiertes Tool zur digitalen Immobilienbewertung entwickelt.

Mit der Nutzung dieses statistischen Bewertungsverfahrens wird es für Banken und Makler möglich, jederzeit den tagesaktuell wahrscheinlichsten Markt- und Mietpreis einer Immobilie abzurufen. Dabei werden Angaben wie der aktuelle und prognostizierte Markt- und Mietwert, Marktdynamiken im Umfeld und Lagekriterien wie Geräuschpegel, Erreichbarkeit, Qualität der Aussicht und sozio-ökonomische Entwicklungen in der Nachbarschaft des Objektes berücksichtigt. Trotz menschlicher Gutachter – solche Informationen standen Bankern und Kunden bislang gar nicht zur Verfügung oder nur nach sehr aufwändiger Recherche. Genutzt werden die Lösungen, die PriceHubbles sogenanntes Automated Value Model (AVM) bietet, bereits von namenhaften Institutionen wie der LBS OST, MLP oder dem Frankfurter Immobilienmakler Von Poll.


 

Für den Einsatz solcher Lösungen, ob nun von WebID oder von PriceHubble, ist es laut Branchen-Experten höchste Zeit: „Aufzuholen wird jeden Monat schwieriger. Deshalb ist es Zeit, die Digitalisierung jetzt zügig und konsequent voranzutreiben.“ schreibt der Partner für Financial Services bei der Beratung Bain, Dr. Dirk Vater, in einer aktuellen Analyse. Die beeindruckenden Banken-Türme haben ausgedient.