Technische oder Fundamentalanalyse beim Trading?

Trading: Mit Fundamental- oder Chart-Analysen?

Wenn es ums Traden geht, scheiden sich oft die Geister. Soll ein Trader lieber nach den Fundamentaldaten traden oder doch nach der technischen Analyse? Eine Frage, die sich jeder Trader schon mal gestellt hat. Doch worin unterscheiden sich die beiden Analysen überhaupt?


Die technische Analyse

Während die Fundamentalanalyse eher für langfristige Anlagen geeignet ist, bietet sich die technische Analyse für kurzfristige Investitionen an. Diese Form wird auch Chartanalyse genannt. Es geht darum, aktuelle Bewegungen mit dem Verhalten früherer Kursentwicklungen zu vergleichen. Wer nach technischen Analysen handelt, verwendet Daten aus der Vergangenheit, aus denen er auf die Zukunft schließt.


Wenn wichtige Ereignisse anstehen, wie die Zinsentscheidung einer großen Notenbank, ist es häufig besser nicht nach der Chartanalyse zu handeln. Hohe Volatilität lässt wenig Chancen, einen Trend zu erkennen. Genau das ist sonst die Stärke der technischen Analyse: einen Markttrend zu erkennen. Über die Jahrzehnte haben sich viele Indikatoren herausgebildet, welche die technische Analyse vereinfachen. Einen recht einfachen Indikator stellen die Bollinger Bänder dar, die aus drei Linien bestehen.


Die Bollinger Bänder zeigen die Marktabweichung in einer grafischen Darstellung. Der Trader erkennt dadurch den möglichen Bereich, in dem sich ein Vermögenswert bewegen könnte. Händler nutzen die Bänder gern, um den perfekten Zeitpunkt für den Einstieg oder den Ausstieg für einen Trade zu bestimmen. Wenn sich etwa der Abstand der Bänder verengt, ist mit einem Ausbruch zu rechnen. Allerdings bleibt die Frage, in welche Richtung der Markt tendiert. Hierfür ist es sinnvoll, einen zweiten Indikator zurate zu ziehen. Eine Möglichkeit ist die Nutzung des RSI, des Relative Strength Index. Beim Kombinieren von Indikatoren ist zu beachten, nicht zu viele zu integrieren. Dies kann verwirrende Ergebnisse bringen, die zu gegensätzlichen Signalen führen können. Generell gilt für Analysen, dass sie der Versuch sind, eine zukünftige Entwicklung vorauszusagen. Eine hundertprozentige Trefferquote gibt es nicht.


Die Fundamentalanalyse

Eine Fundamentalanalyse berücksichtigt Nachrichten und Daten der Vergangenheit sowie der Gegenwart. Hinzu kommen bei Aktien Prognosen der Unternehmen, die einen Aufschluss zur weiteren Entwicklung geben. Eine Fundamentalanalyse setzt voraus, dass sich der Analyst mit ökonomischen Kennzahlen auskennt und diese bewerten kann. Neben den Gewinnen bewerten die Ökonomen die Kostenstrukturen und die Ertragskraft des Unternehmens. Darüber hinaus schätzen sie die Zukunftsaussichten ein.

Neben den Daten und Zukunftsaussichten spielen weitere Faktoren für die Bewertung eine Rolle. Hierzu gehört die allgemeine Nachrichtenlage. Gibt es in einem Land eine Regierungskrise, kann sich dies auf die dortigen Unternehmen negativ auswirken. Die Anleger meiden die Wertpapiere aus diesem Land, die Kurse stürzen ab. Eine Krise Persischen Golf kann den Ölpreis steigen lassen und auch die Nachrichten aus den Notenbanken beeinflussen die Kurse an der Börse. Wenn große Notenbanken wie die US-amerikanische Fed oder die Europäische Zentralbank zur Pressekonferenz einladen, hören die Anleger sehr genau hin. Häufig sind dies Termine an denen sich die Märkte sehr volatil verhalten. Investitionen an der Börse sind immer eine Wette auf die Zukunft. Die Fundamentalanalyse erfordert eine gewisse ökonomische Bildung.


Welche Methode ist die bessere?

Beide Analyseformen haben Stärken und Schwächen. Die Fundamentalanalyse bietet keine Aussage zum richtigen Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt. Tritt überraschend ein einschneidendes Ereignis ein, sind Chartanalysen plötzlich hinfällig. Gerade für Kleinanleger ist es deshalb klug, beide Formen zu kombinieren. Vor allem ist es wichtig, den normalen Menschenverstand zu nutzen und Emotionen vom Trading möglichst fernzuhalten.