Blaulicht Niedersachsen: Schockanrufen keine Chance geben – Interventionslücke im Landkreis Osterholz schließen

v.l.n.r.: Lars Röben (Leiter des Polizeikommissariats Osterholz), Katja Zeidan (Service- und Kundenberaterin der Volksbank Worpswede eG) und Joachim Kopietz (Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verden/Osterholz) mit den

Bild: v.l.n.r.: Lars Röben (Leiter des Polizeikommissariats Osterholz), Katja Zeidan (Service- und Kundenberaterin der Volksbank Worpswede eG) und Joachim Kopietz (Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verden/Osterholz) mit den „Briefumschlägen gegen Telefonbetrug“ vor dem Polizeikommissariat Osterholz (Polizeiinspektion Verden / Osterholz presseportal.de)

Landkreis Osterholz (ddna)

Seit mehreren Jahren steigen die Fallzahlen des Betrugsdeliktes „Falsche Polizeibeamte“, „Enkeltrick“ und vieler ähnlicher Varianten an. Zuletzt täuschten vermeintliche Ärzte, Polizeibeamte oder Staatsanwälte einen tödlichen Verkehrsunfall vor, den ein/-e Angehörige/-r verursacht habe und dem ohne Zahlung einer hohen Geldsumme eine Haft drohe. Auch im Bereich der Polizeiinspektion Verdenerholz kommt es immer wieder zu Taten. Die Schadenssummen sind hoch, die betrogenen älteren Menschen verlieren in der Regel fünfstellige Geldbeträge. Oft werden diese Beträge vorher bei der Bankrkasse abgehoben. Die Polizeiinspektion Verdenerholz klärt seither über verschiedene Formate über die vielfältigen Erscheinungsformen dieses Deliktsfeldes auf.

„Die perfiden Tricks der sogenannten Schockanrufe werden von den Tätern ständig weiterentwickelt. Unser Engagement fördert insbesondere ein wachsames Umfeld und richtet sich an die potentiellen Opfer. Bevor Betrüger ihre Opfer in eine Geschichte einspinnen können, sollen unsere Präventionsangebote bereits wirken und persönliche und finanzielle Katastrophen verhindern „, so der Leiter des Polizeikommissariats Osterholz Lars Röben.

Während die Täter ihre Opfer gezielt unter Stress setzen und jeden Kontakt unterbinden wollen, legt die Polizei den Fokus auf das Gegenteil. Die Präventionsangebote und Aufklärungskampagnen setzen an verschiedenen Punkten vom Anruf des Täters über die Fahrt zur Bank mit einem Taxi, die Geldabhebung bei der Bank bis hin zum Ablauf der Geldübergabe an.

Um die betroffene Zielgruppe älterer Menschen zu erreichen, hat sich die Polizei immer wieder an das persönliche Umfeld gewandt und die Angehörigen sensibilisiert. Bereits das gemeinsame Gespräch über derlei Vorfälle und die richtigen Verhaltensweisen kann helfen, sich eigenständig aus der Stresssituation zu befreien. Vor diesem Hintergrund verteilte die Polizei vor dem Impfzentrum in Osterholz – Scharmbeck zuletzt Flyer mit wichtigen Tipps, wie man sich in einem solchen Fall verhält. Ganz konkret können im Vorfeld eines solchen Schockanrufes zum Beispiel Kontovollmachten für Angehörige und Limits für Abhebungen bei der Bank eingerichtet werden.

Gleichwohl kam es immer wieder zu erfolgreichen Betrugsdelikten mit hohem Sachschaden, die für die Betroffenen finanzielle Katastrophen bedeuten können.

Seit geraumer Zeit werden Mitarbeitende von Banken als zentraler Dreh – und Angelpunkt in diesem Deliktsfeld geschult, um ein ungewöhnliches Auftreten ihrer Kunden/ -innen zu erkennen und auf verdächtige Verfügungen aufmerksam zu werden. Viele Taten werden durch geschickt geführte Kundengespräche im Rahmen der Geldabhebung bereits bekannt und verhindert.

Die Polizeiinspektion hat nun mit dem „Briefumschlag gegen Telefonbetrug“ eine weitere Präventionskampagne ins Leben gerufen, die auf die Kooperation mit den örtlichen Banken setzt. Dieser Umschlag soll dort präventiv wirken, wo die Opfer so instruiert werden, dass die Bankmitarbeiter/ -innen keinen Verdacht schöpfen.

„Wir konnten bereits in der Vergangenheit durch unsere sensiblen Servicemitarbeiter einige Fälle vereiteln und freuen uns, mit den Umschlägen einen weiteren Sicherheitsmechanismus zu installieren. Deshalb haben wir unsere Unterstützung sofort zugesagt, als die Polizeiinspektion Verdenerholz auf uns zukam „, so Thomas Eder, Vorstand der Volksbank WorpswedeeG.

Auf dem Umschlag sind konkrete Handlungsanweisungen für potentielle Opfer aufgedruckt. Der Umschlag ist so strukturiert, dass er die gängigen Betrugsvarianten (Enkeltrickbetrug, Gewinnversprechen am Telefon, Schockanrufe und falsche Polizeibeamte) berücksichtigt.

„Wir, als Bank vor Ort, kennen unsere Kunden persönlich und wissen, dass so mancher sich vielleicht unwohl bei einer direkten Ansprache durch uns fühlt. Diese Umschläge helfen uns, unsere Kunden dennoch zu schützen. Wir haben sogar erste positive Rückmeldungen aus der Kundschaft erhalten „, konnte Katja Zeidan, Service – und Kundenberaterin der Volksbank Worpswede eG schon ein erstes Feedback abgeben.

Die Volksbank Worpswede ist das erste Kreditinstitut im Landkreis Osterholz, bei der das Projekt bereits gestartet ist. Ab sofort werden Kunden und Kundinnen die Umschläge bei größeren Geldabhebungen überreicht, um so aktiv zur Sicherheit der Kunden und Kundinnen beizutragen. „Ich freue mich, dass wir mit dieser Kampagne eine weitere Lücke in der Interventionskette gegen Telefonbetrug schließen konnten“, so Joachim Kopietz, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verdenerholz. „Umso mehr freue ich mich, zu wissen, dass der Umschlag bereits wirkt“, so Kopietz weiter. Die Polizeiinspektion Delmenhorstenburg – Landermarsch hatte eine ähnliche Kampagne ins Leben gerufen. Anfang Juni konnte ein Fall im Landkreis Delmenhorst durch den Einsatz des Briefumschlags bei einem Kreditinstitut tatsächlich verhindert werden.

Im Landkreis Osterholz sind sich alle einig, an den Erfolg anzuknüpfen und betroffene Bürgerinnen und Bürger mit diesem Angebot schützen zu wollen. Weitere Kreditinstitute im Landkreis Osterholz werden ebenfalls in Kürze mit der Kampagne starten.

Quelle: Polizeiinspektion Verden / Osterholz, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)