Blaulicht Niedersachsen: Präventionsprojekt „Briefumschlag gegen Betrug“ – Jetzt auch im Landkreis Friesland

Tanja Horst mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank Jever.

Bild: Tanja Horst mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank Jever. (Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland presseportal.de)

Vareler (ddna)

Wie bereits berichtet, startet die Polizei Wilhelmshavenesland in diesem Monat das neue Präventionsprojekt „Briefumschlag gegen Betrug“.

Die Pressemitteilung finden Sie hier:

Nach dem Start in Wilhelmshaven weiten Tanja Horst und Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragte der Polizeikommissariate Jever und Varel, die Aktion rund um die neugestalteten Briefumschläge zum Schutz potenzieller Betrugsopfer auf die Banken der Landkreise aus.

Dass das Thema nicht an Brisanz verliert, zeigen zwei aktuelle Fälle aus Bockhorn und Zetel.

Anfang September erhielt eine 87-jährige Varelerin einen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters. Er erklärte ihr, dass ihr Geld nicht mehr sicher auf ihrem Konto sei und empfahl ihr, einen hohen Geldbetrag abzuheben und auf diese Weise zu sichern. Falls Nachfragen der Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeitern kommen sollten, sollte die Dame behaupten, dass sie das Geld für die Reparatur einer defekten Heizung benötige.

Ein Bankmitarbeiter händigte der Dame zunächst lediglich 2.500 Euro für die Reparatur ihrer Heizung aus, die sie tatsächlich den Tätern übergab. Durch den Erfolg bestätigt, kontaktierten die Täter die 87 -Jährige erneut, was jedoch deren Tochter bemerkte und sofort der Polizei meldete. Mithilfe der Tochter gelang es der Polizei eine weitere Geldübergabe zu vereinbaren und den Täter auf frischer Tat festzunehmen.

Ein weiterer Fall machte die Polizeibeamten der Polizeiwache in Zetel am vergangenen Freitag stutzig. Eine 69-jährige Frau erschien völlig aufgelöst an der Dienststelle und schilderte, dass sie von der Kriminalpolizei angerufen worden sei. Die Polizistin am Telefon habe ihr glaubhaft versichert, dass die Tochter der 69-Jährigen einen tödlichen Verkehrsunfall in Köln verursacht habe und eine direkte Inhaftierung nur gegen eine Kautionszahlung in Höhe von 48.000 Euro abgewendet werden könne. Raffiniert an der Sache: Die Tochter der Geschädigten wohnt tatsächlich in Köln.

Die Täter hatten im Hintergrund des Telefongesprächs sogar das Weinen einer Frau inszeniert. Die 69-Jährige fuhr nach dem Anruf völlig schockiert zur Bank und hob 48.000 Euro ab.

Erst als ein vermeintlicher Staatsanwalt das Angebot der 69-Jährigen ausschlug, die Kaution direkt in Köln zu zahlen, sei die Geschädigte skeptisch geworden. Stattdessen habe der Anrufer verlangt, dass sie die Kaution in Wilhelmshaven übergeben solle, jedoch auf keinen Fall die Polizei einschalten dürfe.

Zum Glück tat sie es doch!

Diese beiden Beispiele zeigen, dass die Täter fortwährend neue Strategien entwickeln und durch ihre rhetorisch perfektionierten Schockanrufe immer wieder Erfolg haben.

Die mit aufgedruckten Warnhinweisen versehenen Briefumschläge, die bei den Banken für den Transport höherer Geldsummen ausliegen, sollen potenzielle Betrugsopfer schützen.

Darüber hinaus suchen die Präventionsbeauftragten der Polizei das Gespräch mit den Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und sensibilisieren diese in Bezug auf das Erkennen und den richtigen Umgang mit möglichen Betrugsfällen.

Quelle: Polizeiinspektion Wilhelmshavenesland, Übermittlung: news aktuell

(Alle Informationen beruhen auf Angaben der zuständigen Polizei von heute)